BdV - Bund der Vertriebenen
BDV

Liebe Besucherinnen und Besucher,


gestern wie heute gilt: Zukunft braucht Erinnerung. Mit dem in diesem Jahr erstmals stattfindenden, bundesweiten „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ und der im Aufbau befindlichen Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ eröffnen sich große Chancen, dass die Erinnerung an das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen und Flüchtlinge nicht mehr nur aus den Vertriebenenverbänden heraus, sondern gesamtgesellschaftlich bewahrt wird.

Auf der Erinnerung an dieses Schicksal beruht unsere deutliche Absage an jeden Vorwurf einer Kollektivschuld. Schuld ist immer individuell. Die Vertreibung der Deutschen war keine „gerechte Strafaktion“ gegen ein „Tätervolk“, sondern Unrecht im Schatten anderen Unrechts. Vor diesem Hintergrund habe ich seit meinem Amtsantritt mehrfach öffentlich auch darauf hingewiesen, dass Schutz und Eingliederung der heute zu uns kommenden, schuldlos vertriebenen und heimatlos gewordenen fremden Menschen aus anderen Kulturen uns alle angehen, und gewürdigt, dass die im BdV organisierten Heimatvertriebenen, Flüchtlinge, Aussiedler und Spätaussiedler sich in diesen Bereichen besonders engagieren.

Die Unterschiede zwischen den heutigen Flüchtlingen und den deutschen Opfern von Flucht, Vertreibung und ethnischen Säuberungen nach dem Zweiten Weltkrieg dürfen nicht verwischt werden. So kamen die deutschen Vertriebenen als Deutsche in ein zerstörtes Deutschland, das sie dann maßgeblich wieder mit aufbauten. Heute Schutz suchende Flüchtlinge kommen aus der Fremde, aus allen Gesichtspunkten heraus. Sie kommen als Migranten in ein reiches, aber fremdes Land, das ihnen jedoch Sicherheit, Freiheit und Perspektiven bietet, wenn sie die vielfältigen Integrationsangebote nutzen und sich unser fortschritt-liches Wertesystem zu eigen machen.

Viele unserer Mitglieder helfen aus ehrlich empfundener Empathie gerade jenen Menschen, die heute aus ideologischen Gründen gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben werden und nach Deutschland kommen. Mit ihrem Einsatz bekräftigen sie nicht nur, dass Vertreibungen stets Unrecht sind, sondern auch, dass aus Erinnerung immer wieder ein Weg in die Zukunft erwächst.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bernd Fabritius MdB