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Struktur, aktuelle Aufgaben
und Tätigkeiten des BdV
Aufgabenerfüllung
Die oben geschilderten Aufgaben werden zum ganz überwiegenden
Teil dezentral, bundesweit vor Ort von einer Vielzahl von ehrenamtlich
Tätigen erfüllt. Die Nähe zu dem zu betreuenden Personenkreis ermöglicht
eine schnelle und bedarfsgerechte Erledigung.
Durch die Wahrnehmung auf ehrenamtlicher Basis entfallen hohe Personalkosten
für hauptamtlich Tätige und Kosten für das Vorhalten der Infrastruktur.
Der ehrenamtlichen Tätigkeit kommt im Bund der Vertriebenen
eine besondere Bedeutung zu. Die ehrenamtlich Tätigen sind zum größten
Teil selbst Vertriebene oder Spätaussiedler. Sie haben das Schicksal der
zu Betreuenden am eigenen Leib erlebt und kennen daher auch die Schwierigkeiten
und Probleme aus eigener Erfahrung. Aber auch zahlreiche Nichtvertriebene,
die gar keine familiären Bezüge zu den Heimatgebieten haben, engagieren
sich im Bund der Vertriebenen.
Beweggründe für das ehrenamtliche Engagement sind Solidarität
mit den Schicksalsgenossen und Verantwortungsbewusstsein für die von Vertreibung
und Aussiedlung betroffenen Menschen.
Die Zahl der im Bund der Vertriebenen ehrenamtlich Tätigen
beträgt etwa 100.000 Frauen und Männer. Das Engagement geht quer durch
alle Berufsgruppen in der Gesellschaft. In den fünf neuen Bundesländern,
wo den Heimatvertriebenen über 50 Jahre lang verboten war, sich zu ihrer
Kultur, Herkunft und Geschichte zu bekennen, ist das Engagement, das eigene
Schicksal in Form von Ausstellungen der Öffentlichkeit nahe zu bringen,
besonders hoch.
Kennzeichnend für alle, die sich engagieren, ist die Liebe
zur Heimat, aus der das Verantwortungsbewusstsein für die Erhaltung des
heimatlichen Kulturgutes resultiert. Das Bestreben, dieses Kulturgut im
Bewusstsein des gesamten deutschen Volkes zu erhalten, ist ein Hauptanliegen
des Bundes der Vertriebenen.
Aussiedler- Spätaussiedlerbetreuung
Von den mehreren zehntausend Ehrenamtlichen, die sich in
der Aussiedlerbetreuung engagieren, gibt es einen Kern von über 800, deren
zeitlicher Aufwand zwischen 20 bis 125 Stunden im Monat beträgt. Insgesamt
kann man von über 200.000 Stunden ehrenamtlicher Betreuung ausgehen.
Die Einzelberatung und -betreuung
Die Einzelberatung und -betreuung umfasst folgende Tätigkeiten:
- Beratung und Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen, z.B.
Spätaussiedlerbescheinigung, Leistungsansprüche nach den Sozialgesetzen
z.B.: Rentengesetze, Arbeitsförderungsgesetz, Sozialhilfegesetz; Briefe
aufsetzen; Vermittlung an zuständige Stellen; Familienzusammenführung
- Begleitung bei Behördengängen zur Durchsetzung von Leistungsansprüchen
- Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche, Schreiben von Bewerbungen
- Kleidersammlungen, Ausgabe von Kleidung, Wäsche, Toilettenartikeln
- Vermittlung von Möbeln, Hausrat und sonstigen Einrichtungsgegenständen
- Sprechstunden im Übergangswohnheim, in der Geschäftsstelle
der Kreisverbände
- Hausbesuche bei persönlichen Schwierigkeiten wie Krankheit,
Wohnungssuche usw.
- Hilfe bei der Wohnungssuche, örtliche Wohnungsbörse des
Kreisverbandes zur Vermittlung von Wohnraum, der kostengünstig von privater
Seite für Aussiedler angeboten wird
- Gesprächsforen mit Behörden, Industrie, Handwerk, Kommunalpolitikern,
Kirchen, Parteien, Verbänden etc.
- Stadtbegehungen
- Übergangswohnheim-Beratungs-Service.
- Eingliederungsseminare für Aussiedler / Spätaussiedler
- Schulungsseminare für Aussiedlerbetreuer
Gemeinwohlorientierte Maßnahmen
Die Mitgliedsverbände führen über 100 Eingliederungsmaßnahmen
für Spätaussiedler und Schulungsseminare für Aussiedlerbetreuer durch.
An diesen Seminaren nehmen über 6000 Spätaussiedler und ehrenamtliche
Betreuer teil.
In den Seminaren für Spätaussiedler werden Themen behandelt, die der raschen
Eingliederung in das soziale System der Bundesrepublik Deutschland dienen.
Angesichts der großen Anzahl jugendlicher Spätaussiedler befassen sich
zahlreiche Seminare schwerpunktmäßig mit den speziellen Bedürfnissen und
Problemen dieser Gruppe.
Die Betreuerseminare informieren über die neuesten Entwicklungen,
dienen der Fortbildung der Aussiedlerbetreuer und sichern die Qualität
der Betreuung. Zunehmende Bedeutung gewinnen die gemeinwesenorientierten
Maßnahmen, die im unmittelbaren Umfeld der Spätaussiedler vor allem durch
Einbeziehung von Einheimischen Akzeptanz und Zusammenarbeit vor Ort fördern.
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