BdV - Bund der Vertriebenen
BDV

Liebe Besucherinnen und Besucher,

die großen landsmannschaftlichen Treffen und Heimattage sind immer wieder Gradmesser auch für unsere verständigungspolitische Arbeit. So hat die „Diplomatie von unten“, für die sich die deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler seit Jahrzehnten erfolgreich einsetzen, in diesem Jahr zwei besonderen Erfolgen den Weg bereitet: Zum einen hat eine tschechische Regierung zum ersten Mal einen offiziellen Repräsentanten als Redner zum Sudetendeutschen Tag entsandt. Kulturstaatsminister Daniel Herman hielt eine vielbeachtete Ansprache und bekannte gegenüber den Medien freimütig, dass es für einen solchen Besuch längst an der Zeit war. Zum anderen hat – auch dies ein Novum – mit Dacian Cioloș ein rumänischer Ministerpräsident beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen gesprochen und sich vor Ort ein Bild von der lebendigen siebenbürgischen Kultur gemacht. Solche Schritte sind wichtig für unseren weiteren Weg.

 

So bemerkenswert diese Entwicklungen sind, so bewusst sind uns die Bereiche, wo unser gemeinsamer Einsatz auch weiterhin nötig ist: Im Zusammenhang mit dem 25. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages habe ich deutlich gemacht, dass ich bessere Kontakte zu den politischen Verantwortungsträgern in Polen anstrebe, gerade weil wir auf der Ebene von Mensch zu Mensch schon Vieles erreicht haben.

 

Darüber hinaus hat sich in der Bundestagsdebatte zu diesem Jahrestag erneut erwiesen, dass ideologische Zauderer im eigenen Land noch immer von der Charta der deutschen Heimatvertriebenen als Verständigungswerk überzeugt werden wollen. Die Sehnsucht nach der Heimat und die Hoffnung, nach ethnischen Säuberungen zurückkehren zu können, sind weder heute noch vor rund 70 Jahren revanchistisch oder verwerflich, sondern vielmehr berechtigte Empfindungen und Ausdruck gelebter Menschenrechte.

 

Vor diesem Hintergrund freut es mich sehr, dass Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert unsere Charta anlässlich des zweiten bundesweiten Gedenktages für die Opfer von Flucht und Vertreibung erneut als eines der Gründungsdokumente der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt hat.

 

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bernd Fabritius MdB