BdV - Bund der Vertriebenen
BDV

Liebe Besucherinnen und Besucher,

weltweit erleben wir immer wieder, wie wichtig es ist, auch zu dunklen Kapiteln der jeweils eigenen Geschichte zu stehen und damit die Wunden der Vergangenheit zu heilen.

 

Wir erleben es zum Beispiel in der international geführten Debatte, ob der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich als solcher bezeichnet werden darf oder nicht. Sogar nach 100 Jahren beeinflusst die Deutung der damaligen Ereignisse sowohl die Beziehungen zwischen Armenien und der Türkei maßgeblich als auch die innerdeutsche Debatte zur Haltung der Türkei gegenüber. 

 

Wir erleben es auch in Deutschland – etwa wenn es darum geht, den 8. Mai 1945 zu bewerten. Zweifellos markieren Kriegsende und Kapitulation den Zusammenbruch der verbrecherischen Nazi-Diktatur und das Ende des Holocaust, aber eben auch den Beginn weiterer Menschenrechtsverletzungen und das Aufkommen der kommunistischen Unrechtsregime in Europa. Flucht, Vertreibung und Deportation der Deutschen aus ihren angestammten Heimat- und Siedlungsgebieten hatten zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen – lange vor der Potsdamer Konferenz. 

 

Stets gilt, dass nur wahrheitsgemäße Aufarbeitung und Thematisierung der Vergangenheit sowie ehrliche Empathie mit den Opfern noch immer bestehende Wunden letztlich schließen können. 

 

In Deutschland sehen wir, dass heute vieles gesagt werden kann, was vor 25 Jahren noch unmöglich gewesen wäre. Wie von den deutschen Heimatvertriebenen in ihrer Charta visionär festgeschrieben, hat sich die Perspektive vergrößert und auf Europa insgesamt verschoben. Gleichzeitig hat auch das eigene Engagement unserer Mitglieder für Wahrheit und Verständigung zu einer positiven Atmosphäre des Dialogs geführt. Sehr deutlich habe ich dies gespürt, als ich in Würzburg einen interessanten, von gegenseitigem Respekt getragenen Austausch mit dem Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster beginnen konnte. Auch zukünftig wird der Dialog mit sämtlichen gesellschaftlich relevanten Gruppen eines unserer wichtigsten Handlungsfelder sein.

 

Wir sind auf einem guten Weg.

 


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bernd Fabritius MdB