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Integrationsarbeit des BdV / Migrationsberatung für Erwachsene "MBE"
Seit Jahrzehnten gehört die Integration von Vertriebenen,
Aussiedlern und Spätaussiedlern sowie deren Familienangehörigen zu den
primären Aufgaben des BdV. Nur eine gelungene Eingliederung in alle Bereiche
des Gemeinwesens der Bundesrepublik Deutschland bietet die Gewähr, dass zu
uns kommende Landsleute mit ihren Angehörigen ein Teil dieser Gesellschaft
werden. Dafür müssen die Betroffenen selbst Integrationsbereitschaft zeigen,
der Staat Integrationsförderung leisten und die Gesellschaft die Migranten
akzeptieren.
Migrationsberatung für Erwachsene "MBE"
Mit dem Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes zum 1.1.2005
wurde das fast zwei Jahrzehnte lang geförderte Bundesprojekt "Soziale Beratung
und Betreuung von Aussiedlern" durch die sog. Migrationsberatung abgelöst.
Erwachsene Spätaussiedler und alle sonstigen Migranten erhalten ein verbindliches,
gesetzlich verankertes, staatliches Integrationsangebot, die sogenannte
Migrationsberatung. Jugendliche Migranten finden bei den Jugendmigrationsdiensten
Rat und Hilfe.
Bundesweit bestehen rund 570 sogenannte Migrationsberatungsstellen,
die Migranten während der ersten drei Jahre ihres Aufenthaltes in Deutschland aufsuchen
können um in allen integrationsspezifischen Lebenslagen beraten zu werden.
Ziel der Migrationberatung ist eine aktive Integrationsförderung, die den Migranten
dazu befähigen soll, in allen ihn betreffenden Lebensbereichen selbständig und
gleichberechtigt zu handeln und am gesellschaftlichen Leben zu partizipieren.
Mit 17 hauptamtlichen Migrationberatern in 12 Bundesländern bietet
auch der Bund der Vertriebenen Migrationsberatung für Spätaussiedler und sonstige
Zuwanderer an. Auf der folgenden Seite
finden Sie die BdV-Migrationsberatungsstellen mit den Namen der Berater, den Beratungsstellen,
den Beratungszeiten sowie den Möglichkeiten, Kontakte aufzunehmen.
Ehrenamtliche Betreuung
Der BdV verfügt über ein bundesweites Netz ehrenamtlicher Betreuer,
die gerne mit Rat, Tat sowie Sachkompetenz und Erfahrung allen beratungsbedürftigen
Spätaussiedlern Hilfe leisten. Die überwiegende Zahl der Betreuer kommt aus dem
Kreise der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler und fühlt sich dieser Aufgabe besonders
verbunden und verpflichtet. Ihre Hilfe und Solidarität ist den Spätaussiedlern
sicher. Durch gleiches Schicksal verbunden, entwickeln Spätaussiedler und ihre
Familienangehörigen Vertrauen in diese Betreuer und treffen häufig auf sprachlich
kompetente Menschen. Die Schwerpunkte der ehrenamtlichen Beratung umfassen u. a.
- Ausfüllhilfe und Begleitung bei Behördengängen
- Unterstützung bei der Arbeitsplatzsuche, Hilfe bei
Bewerbung
- Vermittlung von Möbel, Hausrat, etc.
Kontakte zu ehrenamtlichen Betreuern können über die Mitgliedsverbände
des BdV oder die Bundesgeschäftsstelle vermittelt werden.
Integrationsprojekte
Aktuell unterstützen folgende Projekte des BdV die Integration der
Spätaussiedler:
Berliner Jugendprojekt "Mittendrin - statt nur dabei" entfaltet
seine Aktivitäten im Bezirk Tempelhof-Schöneberg seit Oktober 2006.
Der Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg wird zu einem hohen Anteil von Spätaussiedlern
bewohnt. Dies resultiert daraus, dass in diesem Bezirk die Zentrale Aufnahmestelle des
Landes Berlin für Spätaussiedler ZAB seit Jahrzehnten ihren Standtort hat. Alle
Spätaussiedler kommen zunächst nach Marienfelde, viele finden im näheren Umfeld ihren
Lebensmittelpunkt. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen in der Gruppe der Aussiedler ist
im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung doppelt so hoch. Ihnen und ihrer Integration
gilt das Projekt. Schwerpunkt bildet das friedfertige Miteinander von einheimischen,
ausländischen Jugendlichen und jugendlichen Spätaussiedlern, Begegnung, Dialog und gemeinsame
Aktivitäten. Im integrativen Jugendtreff werden den Jugendlichen Angebote unterbreitet,
die ihnen neben einer aktiven Freizeitgestaltung auch Begegnungsmöglichkeiten zum Kennenlernen,
zum Abbau von Vorurteilen, zum gewalt- und suchtfreien Umgang miteinander aufzeigen. Die
Jugendlichen sollen befähigt werden, selbst Verantwortung zu übernehmen, ihr soziales Umfeld
zu gestalten, Probleme gewaltfrei zu lösen sowie Akzeptanz und Verständnis füreinander zu
entwickeln.
Geplante Laufzeit: Oktober 2006 bis September 2009.
Zielgruppe: Jugendliche Spätaussiedler im Alter von 13 bis 27 Jahren unter Einbindung
der am Standort lebenden Jugendlichen.
Ziele:
- Freizeitgestaltung/Angebote und Selbsthilfe
- Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen
- Begegnung und Austausch zwischen jugendlichen Spätaussiedlern und Einheimischen
- Abbau von Alltagsproblemen und Konflikten
- Stärkung des Selbstwertgefühls
- Entwicklung von Mitgefühl, Toleranz und Solidariät in der gesamten Bevölkerung
- Gesellschaftliche und berufliche Integration
Maßnahmen:
- Angebote nach Zielgruppen sowie nach Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft, Umfeld und Aufenthaltsdauer differenziert
- freizeitpädagogische Angebote
- kulturelle Ferienaktivitäten
- Besichtigungen und Führungen
- Ferienreisen und Tagesfahrten
- Mitgestaltung von Kiezfesten
Vernetzung:
- Zusammenarbeit mit allen sozialpolitischen Arbeitsgruppen im Bezirk Tempelhof-Schöneberg;
Schul-, Sozial- und Jugendamt, Schulen, Kirchen, Vereinen, freien Trägern der Jugendeinrichtungen
Kontakt:
Berliner Landesverband der Vertriebenen e.V.,
Stresemannstr. 90, 10963 Berlin
Ansprechpartnerin: Xenia Grüning/Dipl. Sozialbearbeiterin/Sozialpädagogin
Tel.: 030/254 73 48, Fax: 030/254 73 44,
E-Mail: mittendrinstattnurdabei@gmx.de
Folgende Projekte sind ausgelaufen, werden aber durch aktives Ehrenamt weiterhin im
geringerem Umfang fortgesetzt.
1."Selbsthilfegruppe Dialog" in Düsseldorf
Garath
Aufgaben und Ziele:
- Stärkung der Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen durch
Kultur, Musik, Sport
- Förderung der deutschen Sprache
- Schaffung eines Forums für Kontakte zwischen Migranten und
Einheimischen
- Hilfe beim Umgang mit Behörden
- Hilfe bei familiären Problemen; Vermittlung an kompetente
Beratungsstellen.
- Stärkung des Ehrenamtes im Integrationssektor
Die Ziele wurden durch Infoveranstaltungen, Wohngebietsfeste, individuelle
Beratungen, Exkursionen und Gesprächskreise umgesetzt. Das Projekt war unter der Anschrift:
BdV-Landesverband NRW - Integrationszentrum "Dialog" Garath
Fritz-Erler-Str. 21
40595 Düsseldorf
Tel. 0211 / 1 79 05 89
E-Mail: dialog-garath@web.de
zu erreichen.Aktuell ist das Projekt durch den Einsatz von Ehrenamtlichen weiterhin ehrenamtlich
tätig.
2. In Krefeld stand jugendlichen Spätaussiedlern und Migranten das Projekt
"Verhaltenskorrektur bei jugendlichen Spätaussiedlern/Migranten unter Einbeziehung der
Familien" bei der Bewältigung von Integrationsschwierigkeiten im schulischen, beruflichen
und sozio-familiären Bereich zu Seite. Aufsuchende Betreuungsarbeit, gezielte individuelle
Hilfe bei Schulproblemen, Herstellung von Kontakten zwischen Schule und Eltern, Betreuung
von Jugendlichen auf dem Ausbildungsweg waren einige Maßnahmen mit denen die Projektziele
erreicht wurden.
Das Projekt wurde vom
BdV-Landesverband NRW
- Integrationsbüro für Spätaussiedler und Migranten
Kölnerstr. 6
47805 Krefeld
Tel.: 02151 / 5 33 86 26
umgesetzt. Die Integrationsarbeit wird auf ehrenamtlicher Basis fortgesetzt.
3. Das Projekt "Integration von Spätaussiedlern in Ratingen" bot
jugendlichen Migranten Hilfe bei der Gestaltung der Freizeit an, führte sie an
Jugendeinrichtungen und Vereine heran, in denen zielgerichtet und sinnvoll Freizeit
genutzt werden kann. Für erwachsene Migranten wurden regelmäßige Beratung im
Integrationsbüro und durch aufsuchende Beratung in Übergangswohnheimen und Wohnungen
angeboten. Beratungsbedarf besteht bei familiären und sozialen Konflikten, die oft
durch Arbeitslosigkeit, fehlende Zukunftsperspektiven, Identitätskrisen, Erziehungskonflikte
zwischen Jugendlichen und Eltern in der Pubertät ausgelöst werden.
Beratungsbedürftige Personen können sich an das Integrationsbüro für Spätaussiedler
und Migranten
Bergiusstr.1
40880 Ratingen
Tel. 02102 / 9 97 79 39 oder 0172 / 2 73 66 32
E-Mail: bdv-ratingen@t-online.de
wenden. Das Integrationsbüro besteht weiterhin fort.
4. In Apolda/Thüringen wurde eine Begegnungsstätte für Spätaussiedler,
Migranten und Einheimische eingerichtet, um Begegnungen und Dialoge zwischen den neuen und alten
Bürgern im Wohngebiet Apolda-Nord zu ermöglichen und damit das gegenseitige Kennenlernen
zu fördern und Vorurteile abzubauen. Die Begegnungsstätte bietet vielerlei Möglichkeiten
zur Begegnung und gemeinsamen Freizeitgestaltung. Sie ist aber auch Beratungsstelle,
in der Migranten in allen Lebensbereichen Hilfe finden oder an Stellen weitergeleitet
werden, die Lösungen in Konfliktsituationen anbieten.
Die Begegnungsstätte befindet sich in der Paul-Schneider-Str. 21
99510 Apolda.
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