BdV - Bund der Vertriebenen
< "Nationaler Gedenktag für die Opfer der Vertreibung"
15.12.2010

Regierungskoalition würdigt Charta der deutschen Heimatvertriebenen im Bundestag


Zu dem von der CDU/CSU-Fraktion und der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag eingebrachten Antrag „60 Jahre Charta der deutschen Heimatvertriebenen – Aussöhnung vollenden“ erklärt BdV-Präsidentin Erika Steinbach MdB:

 

Mit diesem Antrag setzt die Koalition ein Zeichen der Solidarität mit dem Schicksal der deutschen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen und würdigt ihren Anteil am friedlichen Wiederaufbau Deutschlands und Europas. In seiner Zielsetzung begleitet und ergänzt er den Aufbau der Dokumentationsstätte der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in Berlin und ist hervorragend geeignet, ein Zeichen der Verbundenheit aller Deutschen mit dem Schicksal und der Leistung der Vertriebenen zu setzen.

 

Für die von Flucht, Vertreibung, Deportation und Lagerhaft Betroffenen ist es tröstlich zu wissen, dass in dem Antrag angesichts des 60. Jubiläums der Stuttgarter Charta der deutschen Heimatvertriebenen gefordert wird, dass das gesamte Land Flucht und Vertreibung als Teil seiner Geschichte begreift sowie anerkennt, dass die Vertriebenen die Last der Kriegsschuld in besonderer Weise zu tragen hatten. Besonders freut mich deshalb, dass in dem Antrag die Bundesregierung aufgefordert wird zu prüfen, wie unserem Anliegen, den 5. August zum bundesweiten Gedenktag für die Opfer von Vertreibung zu erheben, Rechnung getragen werden kann.

 

Zu Recht macht sich der Antrag die Worte des Bundestagspräsidenten Prof. Norbert Lammert zu eigen, der während unserer Festveranstaltung zum 60. Jahrestag der Charta in Stuttgart ausführte:

 

„Die Charta der Heimatvertriebenen aus dem Jahr 1950 gehört zu den Gründungsdokumenten der Bundesrepublik Deutschland, sie ist eine wesentliche Voraussetzung ihrer vielgerühmten Erfolgsgeschichte. Die Charta ist deshalb von historischer Bedeutung, weil sie innenpolitisch radikalen Versuchungen den Boden entzog, außenpolitisch einen Kurs der europäischen Einigung und Versöhnung unter Einbeziehung der mittel- und osteuropäischen Nachbarn vorbereitete und wirtschafts- und gesellschaftspolitisch nicht nur die Integration von Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen, sondern über sie hinaus einen beispiellosen Wirtschaftsaufbau ermöglichte, der weltweit als ‘deutsches Wirtschaftswunder‘ Anerkennung gefunden hat.“