BdV - Bund der Vertriebenen
< Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht beim Jahresempfang des BdV
13.04.2016 Kategorie: Presse

Begrüßungsrede zum BdV-Jahresempfang am 12. April 2016 in Berlin

BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius MdB


Meine Damen und Herren,

 

zum Jahresempfang des Bundes der Vertriebenen begrüße ich Sie ganz, ganz herzlich hier in den Räumen der Katholischen Akademie.

 

Ich freue mich ganz besonders, dass Sie, verehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Frau Merkel, unsere Einladung angenommen haben und mit weiteren Vertretern der Bundesregierung auch heute an unserer Seite stehen. Verlässlichkeit haben Sie, Frau Bundeskanzlerin, durch konkrete Entscheidungen klar bewiesen. Ich nennen nur beispielhaft unsere dringendste Forderung – nach der Schaffung des nationalen Gedenktages im letzten Jahr: Die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter. Sie ist beschlossen, die Mittel dafür stehen bereit. Dankeschön! Ich freue mich natürlich für die Betroffenen, von denen zwar nur noch wenige leben, dass diese nun endlich, wenn auch sehr spät – deswegen war es dringend –, eine offizielle Anerkennung erfahren.

 

Eine maßgebliche Rolle bei der Zwangsarbeiterentschädigung kommt nun dem Bundesinnenminister zu. In seinem Haus wird gerade die Richtlinie zur Umsetzung der Entschädigung vorbereitet. Lieber Hartmut Koschyk, als Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten hast auch Du maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg. Dafür danke ich Dir ganz persönlich und bitte Dich, lieber Hartmut, unserem Bundesinnenminister Thomas de Maizière herzlichste Grüße auszurichten.

 

Bedanken möchte ich mich auch bei den Mitgliedern des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages. Viele sind heute hier. Diese haben die Mittel bereitgestellt und deren Aufgabe wird es sein, die Richtlinie zu verabschieden, damit Anträge gestellt und endlich auch Entschädigungen ausgezahlt werden können. Der BdV bringt sich hierbei gerne mit seiner Expertise und seinen Erfahrungen konstruktiv ein.

 

Ich begrüße seitens der Bundesregierung auch den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt. Herzlich willkommen, lieber Christian.

 

Ich sehe zahlreiche Vertreter der Bundesländer unter den Gästen. Stellvertretend für alle begrüße ich ganz, ganz herzlich den Senator für Inneres und Sport des Landes Berlin, Herrn Bürgermeister Frank Henkel, den Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Reinhold Gall, sowie die Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Hessen, Lucia Puttrich, die zusammen mit der Landesbeauftragten der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Frau Margarete Ziegler-Raschdorf zu uns gekommen ist. Herzlich willkommen Ihnen allen.

 

Der Bund der Vertriebenen war, ist und bleibt überparteilich. Meine Damen und Herren, er sucht den Dialog mit allen politischen Akteuren, die sich zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennen. Daher freut es mich sehr, dass heute alle im Bundestag vertretenen Parteien unserer Einladung gefolgt sind.

 

Erlauben Sie mir, aus den Reihen der Parlamentskollegen einige Gäste namentlich zu begrüßen, auch wenn sie mir alle gleich lieb und herzlich sind: Aus dem Bundestag begrüße ich den innenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion Stephan Mayer, Mitglied des BdV-Präsidiums, sowie ganz herzlich unsere Ehrenpräsidentin Erika Steinbach.

 

Liebe Erika, ohne Deinen sehr engagierten und immer zielorientierten Einsatz über viele, viele Jahre hinweg stünde der BdV heute nicht da, wo er steht. Dafür danke ich Dir ausdrücklich und freue mich, dass Du als unsere Ehrenpräsidentin an unserer Seite stehst, uns begleitest und unterstützt. Wir wollen auf Dich nicht verzichten. 

 

Ich begrüße die Herren Klaus Brähmig, den Vorsitzenden der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Herrn Heinrich Zertik, den Vorsitzenden des Netzwerks Aussiedler in der CDU sowie ganz herzlich Frau Hiltrud Lotze von der SPD, mit der wir im Stiftungsrat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ den Weg über Höhen und Tiefen des letzten Jahres gemeinsam und konstruktiv gegangen sind, und jetzt mit Frau Dr. Gundula Bavendamm, die ich ebenfalls ganz herzlich in unseren Reihen begrüße, als Stiftungsdirektorin eine hervorragende Lösung für diese wichtige Aufgabe gefunden haben.

 

Ich begrüße selbstverständlich auch die Vertreter der Opposition im Deutschen Bundestag, stellvertretend Frau Aszize Tank, meine Kollegin im Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik.

 

Mit einem besonderen Gruß wende ich mich an die zahlreichen Vertreter des diplomatischen Corps unter uns. Ich begrüße, allen voran, den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Nikola Eterović, Kurienerzbischof der römisch-katholischen Kirche und Diplomat des Heiligen Stuhls. Herzlich willkommen. Weiterhin die Botschafter Ungarns, der Ukraine, aus Armenien und den neuen rumänischen Botschafter erstmalig in unseren Reihen, sogar in Begleitung des ehemaligen rumänischen Außenministers Andrei Plesu. Herzlichen Dank, Herr Minister, dass Sie da sind.

 

Ein herzliches Willkommen gilt auch den anderen Vertretern der Kirchen sowie ausdrücklich des Zentralrats der Juden in Deutschland. Herzlich willkommen.

 

Ich begrüße selbstverständlich alle Vertreter von Nichtregierungsorganisationen und Verbänden sowie aus der Presselandschaft. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie unserem Tag Ihre Ehre erweisen.

 

Wundern Sie sich nicht, dass mit Paul Ziemiak der Vertreter der Jungen Union Deutschlands bei uns ist und auch die djo – Deutsche Jugend in Europa mit Hetav Tek, der Bundesvorsitzenden, und Robert Werner hochrangig vertreten ist. Sie sehen: Der BdV ist interessant, auch für junge Menschen.

 

Ich begrüße natürlich die vielen Vorsitzenden und Vertreter aller Landsmannschaften und BdV-Landesverbände.Ich begrüße Sie alle, meine Damen und Herren ganz, ganz herzlich. Ihre Anwesenheit macht unseren Empfang erst zu dem Ereignis, der er ist.

 

Wie Sie wissen, dient dieser Abend nicht dem politischen Schlagabtausch. Vielmehr ist er dazu gedacht, miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Lassen Sie mich deshalb die Gelegenheit nutzen, im Namen des gesamten BdV der Bundesregierung Dank zu sagen: Dank dafür, dass sie am 20. Juni 2015 erstmalig einen würdevollen, angemessenen und sehr emotionalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung ausgerichtet hat. Sowohl Bundespräsident Joachim Gauck, der übrigens auch zur Auftaktveranstaltung zum Tag der Heimat im September dieses Jahres die Festansprache halten wird, als auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière haben damals bewegende und empathische Worte gefunden. Seien sie versichert: Die deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler haben das wohl vernommen und wissen es zu schätzen!

 

Das Jahr 2016 hat der Bund der Vertriebenen unter das Leitwort „Identität schützen – Menschenrechte achten“ gestellt. In gesellschaftspolitisch aufgewühlten Zeiten rufen wir so zu gegenseitigem Respekt und Achtung der selbstempfundenen Identität sowie zur Besinnung auf Menschlichkeit und unseren gesellschaftlichen Wertekanon auf. Gerade uns Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern liegt ein offenes, vereintes Europa der Menschenrechte am Herzen. Lassen Sie uns daher die aktuellen Herausforderungen gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn annehmen.

 

Diese rufe ich dazu auf, sich einer Empathie für das Leid der heutigen Vertriebenen und Flüchtlinge nicht zu verschließen und sich bei ihren Entscheidungen an die Lehren der Vergangenheit – besonders des letzten Jahrhunderts – zu erinnern. Wir alle müssen Menschlichkeit und Solidarität vorleben. Werte, die das letzte Jahrhundert trotz der schaurigen ersten Hälfte doch zu einem guten Ende haben kommen lassen.

 

 „Menschlichkeit“ ist ein guter Oberbegriff für die Ehrung, die ich nun vornehmen möchte und die ich an den Abschluss meiner kurzen Begrüßung stelle.

 

In Anwesenheit unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie des Apostolischen Nuntius in Deutschland, Nikola Eterović, freue ich mich sehr, heute die Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen, unsere höchste Auszeichnung, verleihen zu dürfen.

 

Ich bitte Sie, Herr Großdechant Prälat Franz Jung, deswegen zu mir.