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18.04.2016 Kategorie: Presse

Altabt Dr. Adalbert Kurzeja OSB verstorben

Wegbereiter der deutsch-polnischen Verständigung


Am 12. April 2016 verstarb der ehemalige Abt des Klosters Maria Laach und Ehrenplakettenträger des Bundes der Vertriebenen des Jahres 2001, Dr. Adalbert Franz Kurzeja OSB, im Alter von 95 Jahren. Dazu erklärt BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius MdB:

 

Mit Altabt Dr. Adalbert Kurzeja verlieren wir einen wichtigen Wegbereiter der deutsch-polnischen Verständigung. Insbesondere in kirchlichen Fragen, aber auch darüber hinaus war er dafür bekannt, geduldig und entschieden für einen Dialog basierend auf geschichtlicher Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit einzutreten. Über Jahrzehnte erteilte er allen Versuchen eine deutliche Absage, die Vertreibung der Deutschen aus ihren zum Teil seit Jahrhunderten angestammten Heimat- und Siedlungsgebieten als göttlichen Willen oder historischen Ausgleich zu deuten. Sein beharrliches und nachdrückliches Einwirken auf Bolesław Kardinal Kominek und andere Vertreter des polnischen Klerus mag mit den Boden bereitet haben für den oft zitierten, bemerkenswerten und für die deutsch-polnischen Nachkriegsbeziehungen so bedeutsamen Briefwechsel zwischen polnischem und deutschem Episkopat im Jahr 1965.

 

Franz Kurzeja kam am 24. November 1920 im oberschlesischen Ratiborhammer auf die Welt. Krieg und Kriegsdienst endeten für ihn 1945 in britischer Gefangenschaft in Italien. Als Freiwilliger nahm er am Wiederaufbau der Abtei Montecassino teil. Er studierte Theologie an der päpstlichen Gregoriana und trat 1952 als Pater Adalbert ins Kloster Maria Laach ein, wo ihn seine Ordensbrüder 1977 zum Abt wählten und wo er bis zu seinem Tode lebte.

 

Schon ab 1957 bemühte er sich um den Austausch mit seiner oberschlesischen Heimat, suchte das Gespräch mit der Geistlichkeit und organisierte Hilfslieferungen für die Landsleute. 1990 war es Abt Adalbert, der im oberschlesischen Rauden die erste deutschsprachige Messe nach 45 Jahren gehalten hat. Sein Heimatort Ratiborhammer verlieh ihm 2003 für seine Verdienste die Ehrenbürgerschaft.

 

Im Jahr 2001 zeichnete das Präsidium des Bundes der Vertriebenen Altabt Dr. Adalbert Kurzeja OSB mit der Ehrenplakette des Verbandes aus. Die deutschen Heimatvertriebenen werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.