BdV - Bund der Vertriebenen
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18.10.2018 Kategorie: Presse

BdV trauert um Dr. Fritz Wittmann

Ehemaliger BdV-Präsident im Alter von 85 Jahren verstorben


Gestern, am 17. Oktober 2018, verstarb der ehemalige Präsident des Bundes der Vertriebenen, Dr. Fritz Wittmann, im Alter von 85 Jahren. Er lenkte die Geschicke des Verbandes von 1994 bis 1998. BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius würdigt das Wirken Wittmanns:

 

„In Dr. Fritz Wittmann verlieren wir einen unserer verdientesten Mitstreiter, dessen Lebenswerk einen Teil unserer Arbeit bis heute prägt. Wichtige politische und kulturelle Initiativen – wie etwa die Gründung der Sudetendeutschen Stiftung oder der Aufbau des Sudetendeutschen Hauses in München – sind fest mit seinem Namen verbunden. Stets setzte er diese mit der ihm eigenen Überzeugungskraft und Beharrlichkeit um.

 

So oft er vor dem Fall des Eisernen Vorhangs, an der Grenze entlangwandernd, in seine Egerländer Heimat blickte, so oft suchte er danach den Kontakt mit den Menschen jenseits der Grenze, packte beim Kulturerhalt im Egerland, aber auch in vielen anderen Heimat- und Siedlungsgebieten der Vertriebenen und Aussiedler selbst mit an und setzte weithin wahrnehmbare Zeichen der Verständigung.

 

Dabei blieben Wahrheit und Gerechtigkeit seine Motivation. So trat er mit seinem vom zeitlos fortschrittlichen Geist der Charta der deutschen Heimatvertriebenen geleiteten, europapolitischen Engagement immer wieder dafür ein, dass Vertreibungs- und Unrechtsdekrete in einem zusammenwachsenden Europa keinen Platz haben dürfen und abgeschafft werden müssen – so, wie wir dies bis heute fordern. Fritz Wittmann wird uns fehlen.“

 

Fritz Wittmann kam am 21. März 1933 in Plan bei Marienbad im Egerland auf die Welt und machte nach der Vertreibung sein Abitur in Ingolstadt. Auf ein Jurastudium in München folgten Tätigkeiten als Richter, in verschiedenen Ministerien sowie ab 1971 als Rechtsanwalt. Von 1971 bis 1994 und 1996 bis 1998 war Wittmann Abgeordneter des Deutschen Bundestages für die CSU. Als Landesvorsitzender des BdV Bayern, wo er ab 1972 27 Jahre lang amtierte, und stellvertretender Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft stand er für eine enge Verzahnung landsmannschaftlichen und vertriebenenpolitischen Engagements.

 

Im Jahr 2017 verlieh das Präsidium des Bundes der Vertriebenen seinem ehemaligen Präsidenten mit der Ehrenplakette die höchste Auszeichnung des Verbandes.