BdV - Bund der Vertriebenen
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Grußworte zum Tag der Heimat 2018

 

Papst Franziskus

Papst Franziskus hat von der diesjährigen Feier des Tages der Heimat des Bundes der Vertriebenen in Berlin Kenntnis erhalten und sendet allen Teilnehmern zu diesem Anlass herzliche Grüße. Die Weisheit des Glaubens schärft unseren Blick für die Grundlagen wahren Friedens, der das Werk der Gerechtigkeit ist (vgl. Jes 32,17).

 

Aus dem Glauben erkennen wir, dass wir alle eine einzige Familie bilden und alle dasselbe Recht haben, die Güter der Erde zu nutzen, deren Bestimmung allgemein ist. Solidarität und Teilen haben hier ihre Grundlage. Dann wird das Wort des Propheten auch heute Entsprechung finden. Deshalb ist es unerlässlich, dass wir uns in den Beziehungen unter den Menschen und den Völkern von Gerechtigkeit, Solidarität, Mitgefühl, Weitsicht und Mut leiten lassen, so dass jede Gelegenheit genutzt wird, zum Aufbau des Friedens und zum Wohl der Gemeinschaft beizutragen.

 

In diesem Anliegen erbittet Papst Franziskus den Veranstaltern und allen Gästen der Tagung von Herzen Gottes reichen Segen.

 

Prälat Paolo Borgia
Assessor des Staatssekretariats


Dr. Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

Ganz herzlich grüße ich Sie alle zum diesjährigen Tag der Heimat.

 

Wenn wir daran denken, wie lange dieser Tag schon begangen wird, dann steht uns auch vor Augen, wie unterschiedlich die Akzentsetzung dieses Tages im Laufe der Jahrzehnte war – dass aber eines immer feststand und nie in Frage gestellt wurde: die lebendige Erinnerung an Heimat – und die Erinnerung daran, dass so etwas wie Heimat zu jedem Leben gehört.

 

Die Zeiten, da fast nur die Vertriebenen von Heimat gesprochen haben, sind längst vorbei. Inzwischen haben viele entdeckt, dass Heimat Kostbares und Unersetzliches meint. Sie im Bund der Vertriebenen haben gezeigt: die Trauer über verlorene Heimat kommt nach so vielen Jahren der Debatten und der Reflektion ohne Aufrechnung von Leid aus. Das ist Grundlage der geglückten europäischen Versöhnung, die wir bewahren müssen. Ich bin mir sicher: Den vielen Vertriebenen, die sich immer neu über die Erfahrung von Heimatverlust und Neuanfang verständigen mussten, kommt eine wichtige Aufgabe bei der Entwicklung einer modernen und pluralistischen Gesellschaft zu, in der neue Heimat finden kann, wer die alte zu verlassen gezwungen war.


Ich wünsche Ihnen allen einen guten Tag der Heimat 2018!


Dr. Angela Merkel

Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland
Vorsitzende der CDU Deutschlands

Flucht und Vertreibung hat es zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte gegeben. Einen Höhepunkt erreichte die Flucht vor Gewalt im 20. Jahrhundert insbesondere durch die beiden Weltkriege. In der Folge des Zweiten Weltkrieges mussten auch Millionen Deutsche fliehen.

 

Wer ihre dramatischen Geschichten kennt, kann auch gut nachempfinden, was die Flüchtlinge unserer Tage durchleiden. Umstände und Ausmaß der Flucht von damals und heute lassen sich nicht gleichsetzen. Aber die traumatischen Erfahrungen ähneln sich: der Verlust von Kindern und Eltern, Todesängste, Gewalt, Hunger und Wehrlosigkeit. Auch heute erleiden Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht diese Schrecken. Der Neuanfang fern der Heimat verlangt dem Einzelnen viel ab.

 

Diese Erfahrungen sind existentiell, sie lassen einen nicht mehr los. Die Landschaften und die Vertrauten aus Kindheitstagen, Haus und Hof – diese Dinge machen den Menschen und seine Geschichte aus. Der Heimatverlust wiegt schwer und lässt sich kaum heilen; ganz sicher aber lässt er sich nicht vergessen.

 

Wir wollen die Erinnerung an das Schicksal der Heimatvertriebenen lebendig halten und weiter tragen. Ihre Lebensgeschichten verpflichten uns, uns stets und entschieden für Verständigung und Frieden einzusetzen. Mehr als sieben Jahrzehnte nach Kriegsende haben wir immer weniger Zeitzeugen unter uns. Auch deshalb ist es wichtig, dieses Gedenken zu pflegen. Besonders für die Generationen, die das große Glück hatten, von Krieg und Gewalt verschont zu bleiben. Ich danke Ihnen allen, dass Sie die Kraft haben, hier einen wichtigen Beitrag zu leisten und über Ihre Erfahrungen zu berichten.

 

Wir Europäer haben auf die Grausamkeiten des Zweiten Weltkrieges eine einzigartige Antwort gefunden. Weitreichende Kompromisse und neue Formen der Zusammenarbeit wurden möglich. Die Europäische Union ist ein großes Glück für die Menschen, die hier leben dürfen. Dieses Projekt verdient auch deshalb all unsere Anstrengungen. „Europa zusammenführen“, wie es im Leitwort des diesjährigen Tages der Heimat heißt, - diese Aufgabe bleibt grundlegend für unser Wohlergehen. Sie ist nie abgeschlossen. Deswegen müssen wir die Erinnerung hüten und die große Errungenschaft, die diese Union ist, beschützen.

 

Dankbar sind wir auch für die Aussöhnung mit unseren Nachbarländern. Diese wurde möglich, weil viele Menschen Großherzigkeit und Menschlichkeit bewiesen haben. Aus der Aussöhnung ist längst Freundschaft erwachsen. Es liegt mir sehr am Herzen, dass wir diese Freundschaften bewahren und fortentwickeln. Hier spielen die Vertriebenen eine bedeutende Rolle, aber auch die Menschen, die als Angehörige der deutschen Minderheit in ihrer Heimat geblieben sind.

 

Pflegen wir den Dialog: zwischen dem Bund der Vertriebenen und der Bundesregierung, zwischen Einheimischen und Zugewanderten, zwischen Deutschland und unseren Nachbarländern! Halten wir die Erinnerung wach, und setzen wir uns weiter ein für ein erfolgreiches und geeintes Europa! Machen wir uns stark für Versöhnung und Verständigung!

 

Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gedenkveranstaltung und allen Mitgliedern der Vertriebenenverbände und der Landsmannschaften für ihren Einsatz und ihre Dialogbereitschaft. Auch diejenigen, die in unseren Nachbarstaaten leben, grüße ich herzlich. Ich wünsche Ihnen alles Gute zum Tag der Heimat 2018 und eine gelungene Veranstaltung.


Bundesländer

 

Winfried Kretschmann

Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

Zum Tag der Heimat 2018 und zur traditionellen Festveranstaltung übermittle ich dem Bund der Vertriebenen und seinen Mitgliedern sowie allen Gästen die besten Grüße.

 

Unsere Welt wandelt sich derzeit rapide und in vielen Bereichen grundlegend. Dies berührt auch unsere Heimat, das was uns vertraut ist, uns Sicherheit und Geborgenheit gibt. Auch das vereinte Europa befindet sich derzeit leider in einer Krise. Ja, wahrscheinlich in der tiefsten Krise, die es je durchlebt hat. Der Umgang mit der Flüchtlingsthematik stellt sogar den innereuropäischen Zusammenhalt in Frage. Bei der Suche nach Ursachen scheint dabei eine Beobachtung ganz wesentlich zu sein: Viele Menschen erfahren die gegenwärtige Zeit als Entgrenzung und Kontrollverlust.

 

Diese Empfindungen sind ein fruchtbarer Nährboden für rechtspopulistische Parteien und Politikerinnen und Politiker, die für Nationalismus und Abgrenzung stehen. Mit dem Tag der Heimat greift der Bund der Vertriebenen diese kritischen Entwicklungen unserer Zeit auf: Ideologien, die zu Abschottung und Trennung führen, müssen wir entgegenwirken. Denn wir wollen nicht zulassen, dass in Europa neue Mauern errichtet werden, auch keine Mauern in den Köpfen und Herzen. Europa ist unsere Antwort auf die weltpolitischen Problemlagen des 21. Jahrhunderts.

 

Nur ein geeintes, nur ein handlungsfähiges Europa kann in der Welt von heute für seine Grundwerte wirksam eintreten und dafür sorgen, dass diese auch in internationalen Regeln ihren Niederschlag finden. Und genau deswegen dürfen wir Europa nicht den populistischen und antieuropäischen Kräften überlassen. Sie täuschen vor, einfache Antworten und Lösungen zu haben, und neigen dabei zu nationalen oder völkischen Denkmustern. Ihr Weg ist der der Abgrenzung und Spaltung.

 

Europa beschreibt nicht nur die geografischen Grenzen unseres Kontinents, Europa ist auch eine Gemeinschaft von Staaten und Völkern, die Identität stiftet, Einheit entfaltet und eine gemeinsame Basis für Wertmaßstäbe und Zusammenarbeit schafft. Diese europäische Einheit ist wichtig. Sie ist der Grund für unser friedliches Miteinander seit mehr als 70 Jahren. Doch es gibt nur einen Weg: ein vereintes Europa. Denn nur im Miteinander können wir den Herausforderungen dieser Zeit entgegen treten.

 

Dies haben die Vertriebenenverbände bereits am 5.August 1950 in der „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ anerkannt. Die Verbandsvertreter haben dort auf Rache und Vergeltung ausdrücklich verzichtet und stattdessen den Blick in die Zukunft gerichtet, um „durch harte, unermüdliche Arbeit“ am Wiederaufbau Deutschlands und Europas teilzunehmen. Und das vor dem Hintergrund des massenhaft erlittenen Leids der Vertreibung, nicht nur der Deutschen sondern in ganz Europa.

 

Die Vertriebenenverbände haben deshalb als ihr Ziel ein geeintes Europa proklamiert, ‚in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können‘. In dem die Menschenrechte aller Europäer geachtet und geschützt werden: Ein grundlegender Baustein für eine gemeinsame europäische Zukunft. Es ist genau dieser von Völkerverständigung, Humanität und einem christlichen Menschenbild getragene Geist einer funktionierenden Zivilgesellschaft, den wir in Deutschland und Europa mehr denn je brauchen.

 

Nur so können wir einerseits dafür sorgen, dass alle Bürger Deutschlands und Europas in Sicherheit, Frieden und Freiheit leben, und andererseits den Schutzsuchenden, die durch Krieg und Gewalt ihre Heimat verloren haben, gemeinsam eine neue Heimat geben.


Dr. Markus Söder

Ministerpräsident des Freistaates Bayern

Bayern fühlt sich den Vertriebenen in besonderer Weise verbunden. Sie haben in der Nachkriegszeit in unserem Land eine neue Heimat gefunden und einen wichtigen Beitrag zum Aufstieg des Freistaats geleistet. Die An­ liegen der Vertriebenen sind von der Bayerischen Staatsregierung stets mit großem Engagement aufgegriffen worden. Zum Ausdruck kam dies unter anderem durch die Schirmherrschaft der Bayerischen Ministerpräsidenten über die Sudetendeutschen - eine Tradition, die auch mir viel bedeutet.

 

Die Vertriebenen haben vieles verloren, aber das Wichtigste konnte ihnen niemand nehmen: ihre Kultur, ihre Werte, ihren Mut und ihre Gestaltungskraft. Sie haben damit ein Vorbild gegeben und sind ein wertvoller Teil unseres Landes geworden. Wir achten ihr kulturelles Erbe und unterstützen dessen Pflege in Museen und Kulturzentren. Bayern begeht einen eigenen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Seit einigen Monaten widmet sich die Beauftragte der Staatsregierung für die Heimatvertriebenen ganz gezielt den Anliegen dieser Gruppe.

 

Die Heimatvertriebenen sind zudem Brückenbauer in ihre alte Heimat. Sie stehen im Dialog mit Persönlichkeiten und gesellschaftlichen Gruppen und leisten damit viel für Verständigung und Versöhnung und damit für eine stabile Friedensordnung in Europa. Für Bayern war dies vor allem beim Ausbau und der Gestaltung unserer guten Kontakte zu unseren tschechischen Nachbarn von großer Bedeutung.

 

Mehr als sieben Jahrzehnte nach Flucht und Vertreibung sind die Vertriebenen ein fester Bestandteil unseres Landes, der einerseits seine eigene Traditionen pflegt, der aber andererseits aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft mitwirkt. Vom Tag der Heimat in Berlin sollen dazu wieder kraftvolle Impulse ausgehen!


Michael Müller

Regierender Bürgermeister von Berlin

Der Tag der Heimat ist eine Mahnung, niemals zu akzeptieren, dass Menschen dazu gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen. Und Solidarität gegenüber denen zu zeigen, die aus zerstörten und zerrütteten Ländern, aus Krieg und Not, zu uns kommen.

 

Vertreibungen waren im 20. Jahrhundert ein gesamteuropäisches Schicksal. Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zielte von Anfang an darauf ab, Menschen ihrer Heimat zu berauben. Millionen Mittel- und Osteuropäer wurden zu Opfern des deutschen Vernichtungsfeldzugs im Zweiten Weltkrieg. Mit dem Ende des Krieges wurden rund 15 Millionen Deutsche aus jenen Ländern vertrieben, die am meisten unter dem verbrecherischen Angriffskrieg zu leiden hatten. Der Tag der Heimat mahnt uns, die Geschichte und die Millionen Opfer von Flucht und Vertreibung nicht zu vergessen.

 

Heute sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks weltweit rund 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht – mehr als je zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Und immer mehr Menschen, die durch Krieg, Verfolgung, Not und Menschenrechtsverletzungen aus ihrer Heimat vertrieben wurden, begeben sich auf lebensgefährliche Routen wie zum Beispiel über das Mittelmeer, um bei uns in Europa Zuflucht zu suchen. Vertrieben zu werden, fliehen zu müssen, heimatlos zu werden – das ist kein selbstgewähltes Schicksal. Menschen, die alles verloren haben, verdienen unsere Solidarität.

 

Der Tag der Heimat ist ein Tag der Erinnerung an unermessliches Leid, das Millionen Menschen auf ihrer Flucht widerfahren ist. Geschichte kann man nicht rückgängig machen. Aber man kann aus ihr lernen. Und Mitgefühl entwickeln für die Menschen, die heute von Flucht und Vertreibung betroffen sind. Verschließen wir uns also nicht ihrer Sehnsucht nach einem sicheren zuhause! Und geben wir ihnen die Chance, bei uns Fuß zu fassen und sich in unsere Gesellschaft einzubringen!

 

In diesem Sinne wünsche ich den Veranstaltungen am Tag der Heimat 2018 einen guten Verlauf.


Dr. Dietmar Woidke

Ministerpräsident des Landes Brandenburg

Flucht und Vertreibung stehen wie lange nicht im Fokus der deutschen Öffentlichkeit. Der Hintergrund ist beunruhigend, denn die Zahl der weltweit betroffenen Menschen nimmt dramatisch zu. Die Angst vor Krieg, politischer Verfolgung, Hunger und Naturkatastrophen zwingt immer mehr Männer, Frauen und Kinder, ihre Heimat zu verlassen. Manche machen sich mit kaum mehr, als sie am Körper tragen, auf einen monatelangen, oft sehr gefährlichen Weg.

 

Die deutschen Vertriebenen wissen aus eigenem Erleben um das Leid dieser Flüchtlinge. Sie kennen den Schmerz nach dem Verlust von vertrauter Heimat, Hab und Gut. Das Trauma wirkt oft noch Jahrzehnte nach und berührt auch die später Geborenen, wie die Zusammensetzung des Bundes der Vertriebenen zeigt.

 

In einer ihnen fremden Welt haben die Vertriebenen einst völlig neu angefangen und waren anfangs nicht selten auch Anfeindungen ausgesetzt. Umso mehr beeindrucken Mut, Fleiß und Tatkraft, mit denen sie in Ost und West nach dem verheerenden, von Deutschland ausgegangenen Krieg mit angepackt haben. Der erfolgreiche Wiederaufbau des Landes ist unbestritten auch ihr Werk.

 

Die Erinnerung an die deutsche Geschichte in all ihren Facetten ist und bleibt unser Auftrag, um Frieden und Demokratie zu bewahren. Leider gibt es im Moment nicht wenige nationale und internationale Störfeuer, die spalten statt versöhnen und Verunsicherung für eigene, durchsichtige Zwecke missbrauchen wollen. Lassen wir nicht zu, dass dieses Land und Europa destabilisiert werden! Gerade wir Deutsche stehen in der Verantwortung, alles zu tun, damit auch unsere Kinder und Enkel in Frieden und Sicherheit leben können.


Dr. Carsten Sieling

Bürgermeister und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen

„Heimat ist der Ort, an dem das „Wir“ Bedeutung bekommt“: Mit diesen Worten hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit 2017 Heimat definiert. Heimat ist ein Ort, der Menschen über die Grenzen verschiedener Lebenswelten hinweg verbindet. Ein Ort, an dem Menschen „verstehen und verstanden werden“, so der Bundespräsident.

 

In Zeiten, die viele als unsicher und unübersichtlich erleben, gibt es eine große Sehnsucht nach Heimat: nach Orientierung, sozialem Zusammenhalt, Sicherheit und Anerkennung. Heimat ist da, wo ich mich auskenne, mich auf mein eigenes Urteil verlassen kann, mich verstanden fühle und meine Mitbürgerinnen und Mitbürger verstehe. Dabei kommt es durchaus vor, dass Menschen mehr als eine Heimat haben oder eine neue Heimat finden.

 

Zu Recht hat der Bundespräsident davor gewarnt, die verbreitete Sehnsucht nach Heimat jenen zu überlassen, die Heimat verstehen als ein "Wir gegen Die". Für die Heimat Rückzug auf rein nationale Denkmuster bedeutet oder mit einer Verfälschung der Geschichte einhergeht. Heimat darf nicht zum Kampfbegriff zur Abwehr von Flüchtlingen und Eingewanderten werden.

 

Deshalb bin ich dem Bund der Vertriebenen dankbar, dass er seit vielen Jahren zum „Tag der Heimat“ einlädt. Er leistet damit einen Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur, als Mahnung an kommende Generationen und als Zeichen der Achtung vor den Opfern von Flucht und Vertreibung. Der „Tag der Heimat“ macht sensibel für die Folgen von Vertreibung, aber auch von gelingender Integration. Er fordert dazu auf, geflüchteten und vertriebenen Menschen jetzt und in Zukunft zu helfen und ihnen mit Respekt und Mitgefühl zu begegnen. Die Achtung von Menschenrechten und damit verbunden die klare Benennung von Vertreibung als Menschenrechtsverletzung ist und bleibt ein globaler Auftrag.

 

Derzeit beobachten wir in vielen Teilen der Welt ein Aufleben von nationalen Partikularinteressen und nationalistischem Denken. Deshalb brauchen wir Kraft und Mut, den europäischen Gedanken zu stärken und Europa weiter zusammenzuführen. Zu den tragenden Säulen der Charta des Bundes der Vertriebenen gehört der Wunsch nach einem vereinten und in Freundschaft lebenden Europa. So trägt er dazu bei, dass auch Europa ein Ort wird, „an dem das „Wir“ Bedeutung bekommt“.


Peter Tschentscher

Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg

Das Bundesland hat kein Grußwort übersandt.


Volker Bouffier

Ministerpräsident des Landes Hessen

Der Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen findet wenige Wochen vor dem 73-jährigen Gründungsjubiläum Hessens statt. Die amerikanische Militärregierung rief unser Land am 19. September 1945, wenige Monate nach der nationalsozialistischen Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg, in seiner heutigen Gestalt ins Leben. Hessens Geschichte als stabile Demokratie und als wirtschaftlich außerordentlich erfolgreiches Land, die damals begann, ist eng verknüpft mit den Menschen, die der Bund der Vertriebenen repräsentiert. Deshalb freue ich mich, auch 2018 auf diesem Weg meine Verbundenheit mit dem Tag der Heimat ausdrücken und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern meine herzlichen Grüße übermitteln zu können.

 

In jenen Jahren waren zahllose Menschen gezwungen, ihre frühere Heimat unter oft dramatischen Umständen zu verlassen und neue Aufenthaltsorte zu suchen. Neben den materiellen Verlusten, die sie erlitten, neben den Gefahren für Gesundheit und Leben während der Flucht stehen die emotionalen Belastungen, die mit solchen Ereignissen einhergehen. Umso beeindruckender ist die weitere Geschichte der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler gerade auch bei uns in Hessen. Sie haben entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Entwicklung unseres Landes.

 

Der Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen ist der Anlass, sich an diese Geschichte zu erinnern und die Leistungen der vergangenen Jahrzehnte zu würdigen. Erinnerung legt das Fundament für die Zukunft. Damit trägt der Tag der Heimat auch dazu bei, unsere gemeinsame Zukunft mitzugestalten.


Manuela Schwesig

Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Bilder von Flucht und Vertreibung gehen nach wie vor um die Welt. Sie erreichen uns leider fast täglich. Menschen fliehen vor Bürgerkrieg oder politischer Verfolgung. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass aktuell weltweit mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht sind. Viele von ihnen haben in ihrer Heimat alles verloren.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg mussten viele Deutsche ebenfalls diese leidvolle Erfahrung machen. Sie mussten ihre Heimat oft fluchtartig verlassen und hatten damit die Folgen zu tragen, die Nazi-Deutschland mit einem verbrecherischen Angriffskrieg über Europa gebracht hatte.

 

Der Bund der Vertriebenen leistet seit über 60 Jahren eine wichtige Arbeit, wenn es darum geht, die Erinnerung an das Geschehene wach zu halten. Mit seinen Veranstaltungen vor Ort trägt er zum sozialen Zusammenhalt auch bei uns in Mecklenburg-Vorpommern bei.

 

Dem diesjährigen „Tag der Heimat“ wünsche ich einen guten Verlauf. Lassen Sie uns die Erinnerung wach halten und gemeinsam für gute nachbarschaftliche Beziehungen in Europa eintreten.


Stephan Weil

Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

Zu Ihrem diesjährigen Tag der Heimat übermittle ich Ihnen die besten Grüße der niedersächsischen Landesregierung.

 

„Europa zusammenführen“ fordern Sie in dem Motto des diesjährigen Tages der Heimat und greifen damit genau das auf, wofür wir alle in Deutschland und Europa eintreten sollten. Der Zusammenhalt Europas ist das Fundament, auf dem wir im 61. Jahr der Europäischen Union, die mit der damaligen Bildung einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft durch sechs Länder Ihren Anfang nahm, aufbauen müssen.

 

In diesen über sechs Jahrzehnten hat sich international und national viel getan und wir erleben immer dynamischere Zeiten mit immer komplexeren politischen Herausforderungen. Europa muss seine Werte und Wohlstandsversprechen einhalten und sich Veränderungen fortlaufend anpassen. Nur so bleiben wir in Europa weiterhin Garant für eine Zukunft in Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit.

 

Der Versöhnungsgedanke und ein europäisches „Wir-Gefühl“ stellen sich gegen nationalistische Tendenzen. Wir sollten daher alle das Gemeinsame fördern. Der Beitrag der Vertriebenen in diesem Prozess kann dabei als wesentlich angesehen werden – sie arbeiten seit mehr als sechs Jahrzehnten an der Versöhnung, aber auch an der Bewahrung des kulturellen Erbes.

 

Der Opfer von Krieg, Gewalt und Vertreibung zu gedenken und sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, ist notwendig, und muss weiterhin geschehen. Denn Vertreibungen bleiben Unrecht – ganz egal wo und wann sie geschehen. Und dennoch zeigen unsere Erfahrungen in der Bundesrepublik, dass auch Positives erreicht werden kann, wenn Menschen ihre Heimat unfreiwillig verlassen müssen, um sich gezwungenermaßen ein Leben in einem neuen Umfeld aufzubauen. Die Vertriebenen ließen sich nicht entmutigen, schufen sich eine neue Existenz und leisteten einen großen Beitrag zum Aufbau des gesamten Landes und insbesondere auch zur europäischen Verständigung. Dafür gebührt ihnen Respekt und großer Dank - gerade auch der nachfolgenden Generationen.

 

Dem Tag der Heimat 2018 wünsche ich einen guten Verlauf.


Armin Laschet

Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen

Flucht und Vertreibung gehören zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Was wie eine banale Feststellung klingen mag, hat leider einen ganz handfesten Hintergrund: Im Jahr 2017 waren mit rund 68 Millionen Menschen weltweit so viele wie noch nie auf der Flucht. Dieser bedrückende Rekord macht deutlich, dass die Ursachen für Flucht und Vertreibung nicht ansatzweise beseitigt worden sind. Das stellt auch uns vor enorme, gelegentlich unterschätzte  Herausforderungen.

 

Wir in Deutschland kennen diese Herausforderungen sehr gut. Aber wir verweigern uns nicht wie manch andere Staaten, wenn es darum geht, Menschen in höchster Not aufzunehmen und ihnen Schutz und Asyl zu gewähren. Denn Flucht und Vertreibung sind gerade für uns Deutsche keineswegs nur ein Thema der Gegenwart, sondern Teil unserer Geschichte, so wie die Menschen, die als Folge des zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, Teil unserer Gesellschaft sind. Sie haben nach 1945 unser Land mitaufgebaut und dabei mitgeholfen, dass unser Land heute wirtschaftlich so stark und kulturell so vielfältig ist. Dafür sind wir ihnen auf immer zu Dank verpflichtet. Bei uns in Nordrhein-Westfalen sind es neben den Oberschlesiern namentlich die Siebenbürger Sachsen, mit denen wir eine besonders enge Verbindung haben, stammten sie doch ursprünglich aus dem Rheinland, bevor sie nach Rumänien gingen. Die Patenschaft Nordrhein­ Westfalens mit den Siebenbürgern Sachsen, deren 70-jähriges Bestehen wir im vergangenen Jahr feiern konnten, ist für diese Verbundenheit ein besonders schönes Beispiel.

 

Sie ist für uns in Nordrhein-Westfalen mehr als eine historische Verpflichtung. Wir legen viel Wert darauf, den Beitrag der Heimatvertriebenen für die gute Entwicklung unseres Landes zu würdigen und wieder stärker ins Bewusstsein gerade der jüngeren Generation zu rücken. Deshalb gibt es zum Beispiel bei uns in Nordrhein-Westfalen seit Anfang des Jahres 2018 einen Landes­ beauftragten für die Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler, deshalb werden wir ihre Landsmannschaften und nun auch die bei uns lebenden Russlanddeutschen stärker unterstützen, deshalb wird das Thema Vertreibung im Schulunterricht und in der politischen Bildung einen größeren Raum einnehmen.

 

Die Flüchtlinge und Aussiedler von früher sind bei uns nicht nur zu Hause. Sie haben bei uns eine Heimat gefunden. Heimat - dieser Begriff, der so oft für Ausgrenzung bis hin zu Vertreibungen missbraucht worden ist, steht für Wurzeln und für Zusammenhalt. Heimat, das steht aber auch für ein Angebot: Wer rechtmäßig in unser Land kommt, wer hier seinen Lebensunterhalt verdient, wer sich an Recht und Gesetz hält und unsere Sprache lernt, der kann hier eine neue Heimat finden.

 

Auch in Zukunft werden wir die Erinnerung an Flucht und Vertreibung lebendig halten. Denn es gibt viel, was wir auch in dieser Hinsicht aus unserer Geschichte lernen können. Zum Beispiel, wie Integration und wie ein friedliches Zusammenleben bei allen Schwierigkeiten gelingen kann. Das ist gerade in unserer Zeit besonders wichtig, in der so viele Menschen vor Unrecht und Krieg vor Hunger und Gewalt zu uns geflohen sind. Muss ein Vergleich zwischen 1945 und 2015 schon an den Unterschieden zwischen Herkunft und Kultur der zu uns Geflüchteten scheitern, so können wir doch die Zuversicht aus unserer langjährigen Erfahrung mit Zuwanderung schöpfen, dass Integration gelingen kann und dass Menschen auch im Deutschland und im Nordrhein-Westfalen des 21. Jahrhunderts eine neue Heimat finden, ohne die eigene Kultur und die eigenen Wurzeln verleugnen zu müssen.

 

Anders als 1945 ist Deutschland heute fest in Europa verankert. In diesem europäischen Geist, heimatverbunden und weltoffen, sollten wir heute die große Herausforderung von Flucht und Vertreibung angehen. Wir in Nordrhein-Westfalen stehen fest zu dieser Verpflichtung vor unserer eigenen Geschichte und aus Verantwortung für eine gute Zukunft unseres Landes mitten in Europa.


Malu Dreyer

Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

Zum diesjährigen traditionellen Tag der Heimat grüße ich die Mitglieder, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bundes der Vertriebenen sowie alle Gäste sehr herzlich.

 

Der Tag der Heimat ist ein Tag des Gedenkens. Der Verlust der Heimat ist eine schmerzhafte Erfahrung. Umso wichtiger ist es, die Erinnerung an die Heimat lebendig zu halten. Mit der Kranzniederlegung am zentralen Mahnmal der deutschen Heimatvertriebenen wird allen gedacht, die durch Flucht und Vertreibung schwere Einschnitte in ihrem Leben erfahren haben. Der Tag der Heimat ist aber auch eine Würdigung all jener, die sich heute für Geflüchtete engagieren. Dafür möchte ich allen Engagierten von Herzen danken.

 

Seit über 60 Jahren engagiert sich der Bund der Vertriebenen für die Rechte von Vertriebenen und setzt sich für mehr Solidarität mit Vertriebenen und Geflüchteten ein. Viele Menschen setzen sich ehrenamtlich für die Anliegen von Vertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern ein und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum Gemeinwohl. Das große Engagement für Verständigung und der Einsatz für ein Europa des Friedens und der Menschenwürde verdienen höchste Anerkennung. Die Friedensgemeinschaft Europa lebt von unserem Engagement und von unserer Bereitschaft, Unrecht zu vermeiden und Solidarität zu leben. Heimat und Weltoffenheit sind keine Gegensätze, sondern zwei Seiten derselben Medaille. In diesem Jahr findet die Festveranstaltung unter dem Leitwort „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“ statt.

 

Ich danke dem Bund der Vertriebenen e.V., seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie allen ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen sehr herzlich für ihre engagierte Arbeit. Ich wünsche Ihnen einen gelungenen Tag der Heimat und weiterhin alles Gute und viel Erfolg für Ihre für Ihre wichtige Arbeit.


Tobias Hans

Ministerpräsident des Saarlandes

Am 25. August feiert der Bund der Vertriebenen den traditionelle Tag der Heimat, der in diesem Jahr unter dem Leitwort: „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“ steht. Dieses Thema ist in der heutigen Zeit mit Asyldebatten und dem Drang zu nationalen Lösungen vieler EU-Staaten in der Frage nach dem Umgang mit Flüchtlingen so aktuell wie nie zuvor.

 

Zum Tag der Heimat gedenken die Mitglieder des BdV und alle die ihm nahestehen den Heimatvertriebenen, Asylsuchenden und Kriegsflüchtlingen. Leider ist die Zahl derer die vor Krieg, Zerstörung, Verfolgung, Hungersnöten und Armut fliehen nicht zurückgegangen, sondern das Gegenteil ist der Fall. Ende 2017 waren laut Zahlen der UN-Flüchtlingshilfe 68,5 Millionen Menschen weltwei  t auf der Flucht, so viel wie nie zuvor und fast doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Für Menschen, die in diesen Krisengebieten leben, bedeutet dies oftmals Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat und in eine ungewisse Zukunft. Die Folgen für die Betroffenen sind verheerend: Heimatlos und ohne Hilfe von anderen besteht kaum eine Chance auf eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse.

 

Seit nunmehr über 60 Jahren kümmert sich der Bund der Vertriebenen um die Interessen und Schicksale der von Flucht, Vertreibung und Aussiedlung betroffenen Bevölkerungsgruppen. Der BdV bietet hier ein breites Spektrum an Beratungsangeboten und betreut die zahlreichen Flüchtlinge und Vertriebenen mit großartigem und unermüdlichem Engagement. Aus diesem Grund danke ich dem Bund der Vertriebenen, der als moderner Sozialverband über Jahrzehnte hinweg dem Gemeinwohl dient, sich um die Integration von Aussiedlern, Flüchtlingen und Asylsuchenden bemüht, Minderheiten auch kulturell unterstützt und bei der Pflege des Kulturgutes der Flüchtlinge und Vertriebenen behilflich ist. Dieser großartige Einsatz verdient höchste Anerkennung.

 

 

Ich wünsche den Veranstaltungen rund um den Tag der Heimat einen erfolgreichen Verlauf und dem Bund der Vertriebenen und allen Mitgliedern auch in Zukunft eine glückliche Hand bei der Erfüllung ihrer vielfältigen und für die Gemeinschaft wichtigen Aufgaben.


Michael Kretschmer

Ministerpräsident des Freistaates Sachsen

Wir leben heute in dem sicheren Bewusstsein, unseren europäischen Nachbarn vertrauen zu können. Mehr noch: Ost- und Westeuropa sind unter einem Dach vereint, und Krieg ist seither unvorstellbar. Dieser Frieden ist hart erarbeitet und ein großes Geschenk. Ihn gilt es für uns und unsere Nachkommen zu erhalten. Zu diesem Frieden tragen seit vielen Jahren auch die deutschen Heimatvertriebenen bei, indem sie unseren östlichen Nachbarn immer wieder die Hand reichen und da- mit Europa zusammenzuführen. Schon in ihrer Charta vom 5. August 1950 steht als Ziel die Schaffung eines geeinten Europas, „in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können.“ Für diesen kontinuierlichen Beitrag danke ich Ihnen von Herzen und möchte Sie bitten: Lassen Sie nicht nach in Ihrem Engagement für ein friedliches Europa.

 

Seit 2015 gedenken wir jedes Jahr am 20. Juni in ganz Deutschland der Opfer von Flucht und Vertreibung. An diesem Tag blicken wir auf das Schicksal der deutschen Vertriebenen und der Spätaussiedler, die sich am Aufbau in West- und Ostdeutschland umfassend beteiligt haben. Allein über eine Million Heimatvertriebener und Aussiedler sind nach dem zweiten Weltkrieg nach Sachsen gekommen. Mit ihrem Willen zum Neuanfang und ihrem Engagement in allen Bereichen haben sie auch nach 1990 dem Freistaat Sachsen große wirtschaftliche, soziale und kulturelle Impulse gegeben. Sie haben angepackt und Her- vorragendes geleistet. Dieser Wille, aufzubauen, dazuzugehören, zu gestalten und zu versöhnen, ist vorbildlich. Mit der Berufung eines Landesbeauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler als zentralen Ansprechpartner unterstützt Sachsen dieses Bemühen.

 

Sachsen wurde für Vertriebene und Spätaussiedler zu einer neuen Heimat. Der Freistaat unterstützt sie in der Erinnerung an ihr geschichtliches und kulturelles Erbe, an ihre alte Heimat. Das Wachhalten der Erinnerung ist dann fruchtbar, wenn sie uns Kraft und Ansporn ist, um eine bessere Zukunft zu gestalten. Diese Perspektive, nach vorne zu schauen, ist ebenfalls in der Charta deutschen Heimatvertriebenen angelegt. Dort heißt es: „Die Völker müssen erkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen wie aller Flüchtlinge, ein Weltproblem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung und Verpflichtung zu gewaltiger Leistung fordert.“ Wie weitsichtig die- se Feststellung ist, erleben wir aufs Neue.

 

All das macht deutlich: Heimat ist ein menschliches Grundbedürfnis. Sie zu haben, aber auch sie zu gestalten. Und aus diesem Drang, Heimat zu gestalten, kann immer wieder Neues und Gutes erwachsen. Dann kann Heimat das Fundament für den Umgang mit Neuem sein, für die Bereitschaft zu Veränderungen, für Toleranz und Weltoffenheit. Ich bin fest davon überzeugt, dass Sachsen eine gute Heimat und genauso lebenswert, freundlich und sicher ist, wie wir es gemeinsam machen.


Dr. Reiner Haseloff

Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt

Aus Anlass des traditionellen Tages der Heimat grüße ich alle Mitglieder des Bundes der Vertriebenen herzlich.  Das 20. Jahrhundert war ein Zeitalter der Vertreibungen, und sie fanden in großem Umfang mitten in Europa statt. Europa war lange ein Kontinent der Flüchtlinge. Allein 40 bis 70 Millionen Europäer haben im Zeitalter der beiden Weltkriege ihre Heimat verloren.

 

Flucht und Vertreibung sind aber kein Phänomen des 20. Jahrhunderts. Sie prägen leider auch unsere Gegenwart. Laut UNHCR waren Ende 2016 mehr als 65 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. Sie sind Opfer von Bürgerkriegen und ethnischen Konflikten. Norman M. Naimark, ein amerikanischer Historiker, schrieb 2004: „Die Geschichte der ethnischen Säuberungen im 20. Jahrhundert gibt keinen Anlass zu der Hoffnung, dass sie im 21. Jahrhundert verschwinden wird.“

 

Flucht und Vertreibung sind ein Teil der deutschen und europäischen Geschichte, sie sind ein Teil unserer Erinnerungskultur, und sie müssen ein Bezugspunkt für unser kollektives Gedächtnis sein. Diese Geschichte kann aber nur in ihrer erschreckenden Totalität angemessen erzählt werden. Es muss zwischen Ursachen und Folgen unterschieden werden. Der Zusammenhang zwischen den Vertreibungen der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und den Verbrechen der Nationalsozialisten und ihrer Schergen ist unstrittig. Deutsche waren Täter und Opfer. Ich verstehe den Tag der Heimat auch als eine Aufforderung, über unsere Geschichte und Verantwortung nachzudenken. Wir brauchen einen aufrichtigen Dialog: in Deutschland und in Europa. Wir dürfen nichts hinzufügen, aber auch nichts verschweigen. Unrecht bleibt Unrecht.

 

In der Charta der Heimatvertriebenen aus dem Jahr 1950 hieß es: „Wir werden durch harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands und Europas.“ Dieses feierliche Versprechen haben die Vertriebenen und ihre Nachkommen erfüllt. Es ist mir deshalb ein wichtiges Anliegen, dem Bund der Vertriebenen für sein großes Engagement im Interesse von Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Völkerverständigung  zu danken.


Daniel Günther

Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein

Zum traditionellen Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen sende ich Ihnen, Ihren Mitarbeitern und Gästen im Namen der Landesregierung Schleswig-Holstein herzliche Grüße.

 

Am Tag der Heimat erinnert der Bund der Vertriebenen an den Schmerz, das Leid und die Trauer derer, die als Folge des von Deutschland ausgehenden Zweiten Weltkriegs vertrieben wurden und flüchten mussten. Es ist Tradition, zum „Tag der Heimat“ auch Themen, Forderungen und Fragestellungen in den Mittelpunkt zu rücken, die politisch sehr aktuell sind.

 

In diesem Jahr stellen Sie in Ihrem Leitwort das Thema „Europa“ in den Mittelpunkt. In Europa befindet sich derzeit viel im Umbruch. Europa ist in Bewegung, der Reformbedarf ist offenkundig. Die Europäische Union tut daher gut daran, sich ihrer Wurzeln wieder stärker bewusst zu werden. Als Wertegemeinschaft müssen wir uns fragen, was den Kern unserer Werte berührt.

 

Die Vertriebenen treten ein für Völkerverständigung und Aussöhnung. Denn nicht in der Abschottung, sondern im Miteinander liegen die großen Chancen. Viele Vertriebene und deren Familien sind in den vergangenen Jahrzehnten in ihre einstige Heimat gereist. Sie haben Kontakte zu den Menschen dort geknüpft, Freundschaften geschlossen und Patenschaften organisiert.

 

Sie und ihr Verband haben so auch europäische Brücken gebaut. Tragfähige Brücken, die helfen, das große europäische Einigungsprojekt auch in unruhigeren Zeiten zu stabilisieren.

 

Für dieses Engagement danke ich sehr herzlich und wünsche Ihnen zugleich einen wunderbaren „Tag der Heimat“. Bleiben Sie europäische Brückenbauer und helfen Sie weiterhin tatkräftig mit, Europa weiter zusammenzuführen! Europa braucht uns alle notwendiger denn je.


Bodo Ramelow

Ministerpräsident des Freistaates Thüringen

Meine herzlichen Grüße zum Tag der Heimat 2018 des Bundes der Vertriebenen! Flucht und Vertreibung gehören auch heute noch zu den leidvollen Erfahrungen und uns berührt das Schicksal vieler Flüchtlinge auf allen Kontinenten, die den Verlust ihrer Heimat beklagen.

 

Unter dem Motto: „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“ will der BdV heute die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen. Flucht und Vertreibung haben oftmals viele Ursachen und beruhen auf Unrecht. Wir können dieses Unrecht nur überwinden, wenn wir uns immer wieder für die Menschenrechte, Verständigung und friedliche Konfliktlösungen einsetzen.

 

Wir wollen an alle Flüchtlinge erinnern, die als Opfer von Flucht und Vertreibung heimatlos wurden und immer noch werden. Damit aus dem Verlust der Heimat kein Verlust der Identität wird, müssen wir die Würde des Menschen verteidigen. Zu dieser Würde des Menschen gehört, dass wir Unrecht ebenso bekämpfen wie die Ursachen für Flucht und Vertreibung.

 

Seit mehr als 60 Jahren leistet der Bund der Vertriebenen einen wichtigen Beitrag zur Mahnung, damit die Leiden von Flüchtlingen nicht in Vergessenheit geraten und damit wir im Blick behalten, welchen Sorgen, Nöten und oft Überlebensängsten Flüchtlinge heute immer noch ausgesetzt sind.

 

Der BdV wendet sich gegen Unrecht und setzt sich für die Verwirklichung einer gerechten Völker- und Staatenordnung ein, in der die Menschenrechte, das Recht auf Heimat und das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Volksgruppen gewahrt werden und insbesondere Vertreibungen, Völkermord, völkerrechtswidrige Enteignungen sowie Diskriminierungen weltweit geächtet werden.

 

Die deutschen Vertriebenen erinnern an die Vertreibung aus ihrer einstigen Heimat am Ende des 2. Weltkrieges. Wir dürfen dabei jedoch nicht vergessen, was die Ursachen dafür waren. Die Verbrechen im Namen einer menschenverachtenden Ideologie entwurzelte viele Völker Europas, führte zu Millionen Toten und mündeten in Krieg, Zerstörung, Flucht und Vertreibung.

 

Deshalb ist der Tag der Heimat auch ein Tag der Rückbesinnung, der Erinnerung und der Mahnung, der vor allem der Versöhnung dient. In diesem Sinne bekennen wir uns zu einem vereinten und friedlichen Europa. Je enger die Völker Europas friedlich zusammenwachsen, umso besser gelingt es uns, die Ursachen für Flucht und Vertreibung nachhaltig zu beseitigen.

 

Diese Versöhnungsarbeit leisten viele Vertriebene, indem sie vor dem Hintergrund ihres schrecklichen Schicksals und ihrer Erfahrungen heute helfend Brücken bauen, damit die Integration Tausender Flüchtlinge gelingt und zu einer ebensolchen Erfolgsgeschichte wird wie die Aufnahme der Vertriebenen in unsere Gesellschaft.

 

Ich wünsche mir, dass die Verständigung und Integration dauerhaft gelingen, damit Flüchtlinge bei uns eine neue Heimat finden.


Bundesparteien

 

Andrea Nahles MdB

Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands

Sehr geehrter Herr Präsident Dr. Fabritius, sehr geehrte Damen und Herren,

 

zum traditionellen Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen übermittle ich Ihnen persönlich und im Namen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands die besten Grüße.

 

Als ich Ihr diesjähriges Leitwort gelesen habe, erinnerte ich mich an ein Zitat von Johannes Rau. Als Bundespräsident würdigte er im Jahr 2003 die große Leistung der Vertriebenen, denen etwas Wichtiges und Wertvolles gelungen sei: „Die Vertriebenen haben ihren Kindern und Enkeln nicht Hass und auch nicht den Wunsch nach Vergeltung eingepflanzt , sondern die Überzeugung und den Willen, am Aufbau eines besseren Deutschlands und eines friedlich geeinten Europas mitzuarbeiten." Auch ich möchte Ihnen für diese Leistung danken.

 

Gerade in der jetzigen Zeit, in der um uns herum der Ruf nach Nationalismen bedrohlich laut wird, in einer Zeit, in der das größte Friedensprojekt, das unser Kontinent je erlebt hat, aggressiv in Frage gestellt wird, braucht es überzeugte Europäerinnen und Europäer. Es braucht die, die das verteidigen, was uns in Frieden, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand leben lässt.

 

Dass ausgerechnet die Frage der Flucht das Potenzial für eine politische Krise liefert, wie Europa seiner Verantwortung nachkommt, Vertriebenen und Verfolgten Schutz und Zuflucht zu geben, werden  Sie sicher mit besonderer Sensibilität und Sorge aufnehmen.

 

Bei allen großen Herausforderungen, die hier vor uns liegen  bin ich froh, dass der Bund der Vertriebenen gerade in dieser Lage seinen Teil dazu beitragen will, Europa zusammenzuführen.

 

Ich wünsche Ihnen für Ihren Tag der Heimat 2018 alles Gute.


Christian Lindner MdB

Vorsitzender der FDP

Der Bund der Vertriebenen hat sich um das Gedenken an Flucht und Vertreibung verdient gemacht. Es bleibt eine langfristige Aufgabe, die Erinnerung an die eigenen kulturellen Wurzeln wachzuhalten. Zunehmend gilt es, Wissen an eine Generation weiterzugeben, der keine Zeitzeugen mehr angehören. Ich selbst kann mich an die Erzählungen meiner Großeltern erinnern, die die Erfahrungen machten, Schlesien verlassen zu müssen. So sehr ihnen die Bundesrepublik Deutschland nach dem Krieg eine neue Heimat bot, so sehr war der Verlust der angestammten Heimat für sie wie für Millionen andere ein persönlicher Schicksalsschlag.

 

Ich bin mir sicher, dass der Bund der Vertriebenen dem Wachhalten der Erinnerung auch weiterhin im Geiste von Völkerverständigung und Versöhnung nachkommen wird. Ihre Arbeit trägt dazu bei, unsere Gesellschaft für die Folgen von Flucht und Vertreibung zu sensibilisieren. Auch heute noch sind Millionen Menschen auf der Welt gezwungen, wegen Kriegshandlungen ihre Heimatländer zu verlassen. 

 

Die Erinnerung an unsere Geschichte ist für die Freien Demokraten ein wichtiges Anliegen. Nur wer sich seiner Geschichte bewusst ist, kann daraus Lehren für die Zukunft ziehen. Das kulturelle Erbe der vertriebenen Deutschen gilt es weiterhin aktiv zu pflegen. Auch deshalb liegen uns partnerschaftliche Beziehungen in einem Europa der Vielfalt am Herzen. Eine Zusammenarbeit auf der Grundlage gemeinsamer demokratischer Werte ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss immer wieder aufs Neue vor den Bedrohungen autoritären Denkens geschützt werden. 

 

Für den „Tag der Heimat“ wünsche ich Ihnen ein gutes Gelingen und spannende Begegnungen.