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75 Jahre Deutsch-Baltische Gesellschaft

BdV-Präsident Mayer spricht beim Festakt in Darmstadt

Beim Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Deutsch-Baltischen Gesellschaft würdigte BdV-Präsident Stephan Mayer MdB das herausragende Engagement der Deutsch-Balten für Kultur, Verständigung und europäische Zusammenarbeit und dankte dem Bundesvorsitzenden Andreas Hansen für die Einladung zur beeindruckenden Veranstaltung. Vor rund 100 Gästen im Haus der Deutsch-Balten – darunter der Hessische Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck, der Hessische Landesbeauftragte Andreas Hofmeister MdL, zahlreiche Landes- und Kommunalpolitiker sowie Vertreter der baltischen Staaten – verband Mayer historische Rückblicke mit klaren politischen Botschaften.

Zu Beginn seiner Ansprache griff der BdV-Präsident augenzwinkernd ein bekanntes Zitat von Heinz Erhardt auf: „Das Schlimme an den Rednern ist, daß sie nicht sagen, worüber sie sprechen.“ Ein Einstieg, der im Saal für herzliche Heiterkeit sorgte.

Im Anschluss hob Mayer die gewaltige Aufbauleistung der Heimatvertriebenen hervor und würdigte die besonderen Beiträge der Deutsch-Balten, deren Arbeit bis heute „inhaltlich stark, kulturell lebendig und vorbildlich zukunftsorientiert“ sei. Die aktive Jugendarbeit, die vielfältigen internationalen Kontakte und der kontinuierliche Austausch mit den baltischen Ländern zeigten, dass die Deutsch-Baltische Gesellschaft eine moderne und kraftvolle Gemeinschaft geblieben sei. Mayer stellte zudem die Parallele zu 75 Jahren BdV heraus, die beide Jubiläen zu einem besonderen Jahr der Besinnung und des Aufbruchs machten.
Besonderen Dank richtete Mayer an das Land Hessen, das sich – so wörtlich – „über Jahrzehnte hinweg klar zu seinen Heimatvertriebenen bekannt hat“. Mit Innenminister Poseck und Landesbeauftragtem Hofmeister gebe es engagierte Persönlichkeiten, die dieses Bekenntnis sichtbar und nachhaltig mit Leben füllten.

Mayer konnte zudem gute Nachrichten aus der Bundespolitik überbringen: Die Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses habe zentrale Anliegen der Vertriebenenpolitik aufgegriffen. So werde auch eine Förderung für die St. Petri-Kirche in Riga ermöglicht – ein bedeutendes Denkmal des deutsch-baltischen Kulturerbes und zugleich Gedenkstätte der deutsch-baltischen Minderheit in Lettland. Insgesamt sende der Bundeshaushalt 2026 „ein deutliches Signal der Stärkung und Wertschätzung gegenüber der Vertriebenen-, Aussiedler- und Minderheitenarbeit“.

Mayer würdigte zudem die internationale Verständigungsarbeit der Deutsch-Balten, die im Lichte der sicherheitspolitischen Lage eine besondere Aktualität erhalte. Mit Blick auf die Bedrohung durch Russland betonte er: „Wir lassen uns nicht spalten von Putin. Mehr denn je müssen wir in Deutschland, in Europa und mit unseren baltischen Freunden fest zusammenstehen.“

Unter den Gästen begrüßte Mayer ausdrücklich auch Ilze Garda, Vorsitzende des Verbandes der Deutschen in Lettland, deren Engagement für die dortige deutsche Minderheit einen wichtigen Beitrag zum europäischen Miteinander leiste.

Zum Abschluss dankte der BdV-Präsident für die „herzliche Gastfreundschaft“ und gratulierte der Deutsch-Baltischen Gesellschaft herzlich zu 75 Jahren erfolgreicher, engagierter und verbindender Arbeit. 

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Raivis Bičevskis aus Riga zum Thema „Brückenbau der Ideen – Der intellektuelle Raum des Baltikums“. Der lettische Geisteswissenschaftler beleuchtete historische Verflechtungen und die Bedeutung der baltischen Kultur- und Wissenschaftslandschaften für Europa.

Stephan Mayer bei seinem Grußwort in Darmstadt (Foto: BdV).