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Mayer: „Die Erinnerung an dieses schreckliche Schicksal müssen wir aufrechterhalten“

| Presse

85 Jahre Deportation: Russlanddeutsche gehören fest zur Gemeinschaft des BdV

Berlin – Am 28. August 2026 jährt sich der Erlass zur Deportation der Wolgadeutschen zum 85. Mal. Der Bund der Vertriebenen (BdV) gedenkt der Opfer von Deportation und Zwangsarbeit und erinnert an das besondere Kriegsfolgenschicksal der Deutschen aus Russland.

Nur wenige Monate nach Beginn des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion beschloss das Präsidium des Obersten Sowjets am 28. August 1941 zunächst die Deportation der Deutschen aus der Wolgarepublik. Der sogenannte Stalin-Erlass trägt die Unterschrift von Michail Iwanowitsch Kalinin, dem Vorsitzenden des Präsidiums. In der Folge wurden auch Deutsche aus vielen anderen Teilen der Sowjetunion verschleppt. Knapp eine Million Menschen waren von Deportation, Entrechtung und Enteignung betroffen. Viele mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit in der sogenannten Trudarmee leisten. Mindestens 150.000 Menschen kamen ums Leben.

BdV-Präsident Stephan Mayer MdB erklärt hierzu: „Diese Deportation wurde veranlasst, ohne dass die betroffenen Menschen irgendeine persönliche Schuld auf sich geladen hatten. Das damit verbundene Trauma hat sie und ihre Nachkommen nachhaltig geprägt. Die Erinnerung an dieses schreckliche Schicksal müssen wir in Deutschland weiterhin aufrechterhalten. Deshalb ist es mir als Präsident des Bundes der Vertriebenen ein großes Anliegen, dieses besondere Kriegsfolgenschicksal auch für kommende Generationen im Bewusstsein zu bewahren.“

„Die Deutschen aus Russland haben auch im BdV eine Heimat gefunden“, so Mayer weiter. Ihre landsmannschaftliche Vertretung, die von Norbert Strohmaier geführte Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR), gehöre „als Mitgliedsverband fest zur Gemeinschaft des BdV“. Zugleich bringe BdV-Vizepräsident Johann Thießen die Erfahrungen und Anliegen der Deutschen aus Russland unmittelbar in die Arbeit des Präsidiums ein. Diese enge Verbindung steht für eine seit Jahrzehnten gewachsene Zusammenarbeit.

Der BdV unterstützt die Landsmannschaft darin, die Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland sichtbar zu halten, und trägt ihre Anliegen mit in Politik und Öffentlichkeit. Dazu gehören die angemessene Verankerung ihres Schicksals in der deutschen Erinnerungskultur ebenso wie verlässliche Regelungen im Bundesvertriebenenrecht und die Beseitigung rentenrechtlicher Benachteiligungen.

Der 85. Jahrestag des Deportationserlasses ist deshalb nicht allein ein Anlass zum Rückblick. Er verpflichtet dazu, den Opfern ein würdiges Andenken zu bewahren, die Erfahrungen ihrer Nachkommen ernst zu nehmen und den Deutschen aus Russland dauerhaft eine starke Stimme zu geben.

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