Online-Diskussionsgespräch „Charta der deutschen Heimatvertriebenen und Lastenausgleichsgesetz – Erfolgsgeschichte und Modell?“

 

Der Bund der Vertriebenen lädt als anerkannter Bildungsträger der Bundeszentrale für politische Bildung zu einem

 

Online-Diskussionsgespräch
„Charta der deutschen Heimatvertriebenen und Lastenausgleichsgesetz – Erfolgsgeschichte und Modell?“

 

am Donnerstag, den 25. November 2021, um 16:30Uhr ein.
 

Die Veranstaltung wird über den YouTube-Kanal des BdV unter https://youtu.be/RClN7w8zTe4  

live übertragen.

 

Um 1950 waren mehr als 7,5 Millionen Heimatvertriebene und Flüchtlinge in Westdeutschland „angekommen“. Davon lebte die Hälfte noch immer in Lagern. Die Suchdienste hatten alle Hände voll zu tun, getrennte Familien zusammenzuführen oder Vermisste wiederaufzufinden. In dieser schwierigen Situation überraschten die Vertriebenen die deutsche wie die Weltöffentlichkeit am 5./6. August 1950 mit einer in Sprache, Inhalt und Stil moderaten Veranstaltung, in deren Rahmen ein friedenstiftendes, Rechtsverbindlichkeiten suchendes, Engagement forderndes, völkerverbindendes und somit zukunftsweisendes Manifest vorgestellt wurde: die Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Sie suchten damit einen Weg, eine erneute – innerdeutsche wie internationale – Eskalation von Gewalt zu verhindern und ihren Schicksalsgefährten einen konstruktiven Weg der selbstgestalteten Eingliederung sowie der Völkerverständigung aufzuzeigen.

 

In der Folge dieser Selbstverpflichtung der Heimatvertriebenen, sich am Wiederaufbau Deutschlands und Europas aktiv zu beteiligen, stehen eine Reihe politischer Maßnahmen, die Grundlage für eine erfolgreiche Integration dieser Menschen spielen sollten. Ein wichtiger Meilenstein für die Integration der deutschen Heimatvertriebenen und eine Bedingung für die Teilhabe dieser Menschen am deutschen Wirtschaftswunder war das sogenannte Lastenausgleichsgesetz. 1952 trat dieses Gesetz zur Entschädigung für Verluste durch den Zweiten Weltkrieg in Kraft. Es gilt als eine der größten Umverteilungsmaßnahmen in einer freien Marktwirtschaft und war entscheidend für die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen.

 

Charta der deutschen Heimatvertriebenen und Lastenausgleichsgesetz waren für die damalige Zeit bahnbrechend und gelten bis heute als Teil des Fundaments, auf dem die Bundesrepublik Deutschland errichtet wurde. Gerade die Charta ist auch heute noch – in Zeiten antieuropäischer und nationalistischer Töne in manchen Ländern Europas – ein klares Bekenntnis zu Verständigung, zur europäischen Integration und zur Versöhnung zwischen den Völkern.

 

Die Veranstaltung will beleuchten, ob Charta und Lastenausgleich heute als reine Erfolgsgeschichte betrachtet werden und ob sie sogar Modell für heutige Lösungsansätze der Migrationspolitik sein können.

 

Programmablauf

 

Begrüßung
Tilman A. Fischer

 

Impulsvortrag

Prof. Dr. Manfred Kittel

 

Diskussionsgespräch

Prof. Dr. Manfred Kittel

Dr. Bernd Fabritius, BdV-Präsident

Moderation: Tilman A. Fischer

 

 

Während der Veranstaltung haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, über die Chatfunktion Fragen und Beiträge in die Diskussion einzubringen.

Wir freuen uns, Sie bei unserer Veranstaltung begrüßen zu können!