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Würdiger Tag der Heimat im Thüringer Landtag

Reden von Ministerpräsident Voigt und BdV-Präsident Fabritius

Der Landesverband Thüringen des Bundes der Vertriebenen beging seinen diesjährigen „Tag der Heimat“ am 12. August 2025 im Thüringer Landtag. Auch im Freistaat stand die Veranstaltung unter dem Leitwort „80 Jahre: Erinnern – Bewahren – Gestalten“ und im Zeichen des 75. Jahrestages der Charta der deutschen Heimatvertriebenen.

Zu den Rednern gehörten Landtagspräsident Dr. Thadäus König, Ministerpräsident Prof. Dr. Mario Voigt, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius, der BdV-Landesvorsitzende, Egon Primas, der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge, Weihbischof Dr. Reinhard Hauke, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (AGDM) in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), Bernard Gaida sowie als Zeitzeuge der Landesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien in Thüringen, Horst Jüngling.

Landtagspräsident König betonte, dass aus dem erzwungenen Heimatverlust nur Verständigung und Frieden als Lehre erwachsen können. Ein friedliches Miteinander habe seine Heimat in der Demokratie. Ministerpräsident Voigt würdigte die Charta als ein Dokument, das „aus den Trümmern geboren ist und dennoch Hoffnung atmet“. Der Verzicht auf Rache sei damals ein moralischer Aufbruch gewesen und zugleich ein Angebot, Europa mitzugestalten.

Zeitzeuge Horst Jüngling berichtete eindrücklich von Flucht, Ankunft in Thüringen und vom schweren Neubeginn – aber auch von seiner Motivation, Brücken der Verständigung zu Polen zu bauen. Weihbischof Hauke rief in seinem Gedenkwort dazu auf, falsch verstandene Toleranz durch ehrlichen Dialog zu ersetzen.

Als Bundesbeauftragter grüßte Dr. Fabritius die Teilnehmer von der Bundesregierung und von Bundeskanzler Friedrich Merz. Er erinnerte daran, dass das Gedenken an Flucht und Vertreibung eine gesamtdeutsche und gesamteuropäische moralische Verpflichtung sei. Gerade weil Zeitzeugen weniger werden, müsse das Wissen und die Erfahrung der Erlebnisgeneration an die junge Generation weitergegeben werden. Außerdem hob er die kulturellen Beiträge der Vertriebenen – Traditionen, Dialekte, Bräuche – als festen Bestandteil einer gemeinsamen Erinnerungskultur hervor.

Bernard Gaida erinnerte daran, dass heute noch rund eine Million Angehörige deutscher Minderheiten in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa leben. Er warb für eine verlässliche Förderung dieser Gemeinschaften und hob die gute Zusammenarbeit zwischen dem Verband der deutschen sozial-kulturellen Gemeinschaft in Polen, dem Land Thüringen und dem BdV hervor. Minderheiten seien verlässliche Partner im Einsatz für Frieden und grenzüberschreitende Verständigung.

Als Landesvorsitzender ergänzte Egon Primas Gedanken zum Jahresleitwort, insbesondere zum Thema „Gestalten“. So sei es den Vertriebenen und Aussiedlern in Thüringen seit dem Fall des Eisernen Vorhangs stets darum gegangen, wie sie sich konkret für die Bedürfnisse der Deutschen in der Heimat einbringen könnten, um deren Zukunft zu sichern und zum friedlichen Europa beizutragen.

Bundesbeauftragter und BdV-Präsident Fabritius bei seinem Grußwort (Foto: BdV).

Ministerpräsident Prof. Dr. Mario Voigt bei seiner Ansprache (Foto: BdV).

Chor ukrainischer Flüchtlinge "Cherwona Kalina" aus Nordhausen (Foto: BdV).