Aktion Nothilfe für Deutsche aus der Ukraine

Zwischenstand: BdV dankbar für rund 47.000 Euro Spendengelder

Wir sammeln weiter!
Kontoinhaber: Bund der Vertriebenen
Commerzbank Bonn
IBAN: DE59 3804 0007 0111 7043 00
BIC: COBADEFFXXX
Verwendungszweck: Nothilfe für Deutsche aus der Ukraine

Seit Beginn der Spendenaktion „Nothilfe für Deutsche aus der Ukraine“, die der Bund der Vertriebenen (BdV) gemeinsam mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) und in enger Abstimmung mit den Partnerorganisationen der deutschen Minderheiten in den Nachbarländern der Ukraine ins Leben gerufen hat, sind rund 47.000 Euro von Privatpersonen und landsmannschaftlichen Gliederungen auf dem Spendenkonto eingegangen. Dies sei, so BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius, „ein tolles Ergebnis, zumal der BdV bislang nie mit Spendenaktionen in Erscheinung getreten ist“. 

Über eine erste Verwendung der Gelder hat das BdV-Präsidium bereits entschieden. So sind 20.000 Euro an den Wohltätigkeitsfonds des Rates der Deutschen in der Ukraine (RDU) und 10.000 Euro für Hilfsaktionen der Evangelischen Kirche in Rumänien überwiesen worden. Mit dem RDU und seinem Wohltätigkeitsfonds wurde vereinbart, dass das Geld direkt zur Hilfe bedürftiger Angehöriger der deutschen Minderheit in der Ukraine eingesetzt wird, die in den vom Krieg besonders betroffenen Gebieten wie Mariupol, Kiew oder Odessa festsitzen oder auf der Flucht Unterstützung benötigen. Die Evangelische Kirche in Rumänien wiederum unterstützt Ukrainer, darunter auch viele Deutsche, denen die Flucht über die Grenze nach Rumänien gelungen ist und die dort Schutz suchen. Sie bringt die Betroffenen von der Grenze in Jugend- und Gemeindezentren wie etwa das kircheneigene Jugendzentrum in Seligstadt, versorgt sie mit Lebensmitteln und Medikamenten und kümmert sich auch um die nach den traumatischen Erfahrungen dringend notwendige Seelsorge. Dabei arbeitet sie eng mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) zusammen.

BdV-Präsident Fabritius erklärt: „Für den ersten Einsatz der Spendengelder war für uns entscheidend, wie sich die Kriegssituation entwickelt hat. Der Hilfsbedarf ist aktuell in der Ukraine selbst am größten. Dies bestätigt auch der Austausch mit dem Rat der Deutschen in der Ukraine und seinem Vorsitzenden, Wolodymyr Leysle, sowie mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten und ihrem Sprecher, Bernard Gaida. Außerdem wollen wir gezielt Aktionen unterstützen, die im Grenzgebiet ansetzen und von dort Flüchtlinge retten. Dabei gilt es, dort zu helfen, wo noch nicht ausreichend Spenden selbst eingeworben werden konnten.“ 

Erneut zeige sich, dass die Bilder von Krieg und Flucht große Empathie gerade auch bei den deutschen Heimatvertriebenen, Flüchtlingen, Aussiedlern und Spätaussiedlern auslösen. Zahlreiche eigene Hilfs- und Sammelaktionen seien das Ergebnis. „Ob das die Unterbringung von Flüchtlingen im Heiligenhof ist, die Organisation von Hilfstransporten durch die LmDR oder die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, viele eigene Aktionen in Landsmannschaften und Landesverbänden oder von denjenigen, die sich in ihren Städten und Gemeinden engagieren: Für diese ‚aktive Anteilnahme‘ am Schicksal der Ukraine und aller dort betroffenen Menschen bin ich allen Mitwirkenden und Spendern sehr, sehr dankbar“, so Fabritius abschließend.


Spendenaufruf: Aktion Nothilfe für Deutsche aus der Ukraine

Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist nicht nur ein schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht. Er erzeugt auch eine humanitäre Notlage direkt in unserer europäischen Nachbarschaft. Der Bund der Vertriebenen steht mit großer Empathie an der Seite aller in Not geratenen Menschen – und aus Schicksalsverwandtschaft gerade an der Seite derjenigen, die sich jetzt gezwungen sehen, ihre Heimat zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen.

Aufgrund unserer Arbeit in den Landsmannschaften und auf Bundesebene pflegen wir den Kontakt mit den Selbstorganisationen unserer Landsleute in den Nachbarländern. Aus der Ukraine haben uns vom dortigen „Rat der Deutschen“ dringende Bitten um Unterstützung erreicht. Viele Landsleute versuchen, sich aus dem Kriegsgebiet zu retten. Flüchten können meist nur Frauen, Kinder und alte Menschen. Wehrfähige Männer dürfen das Land laut Berichten nicht mehr verlassen und werden zum Kriegsdienst eingezogen.

Die flüchtenden Frauen und Kinder sind auf ihrem Weg in die Sicherheit dringend auf Hilfe angewiesen. Die Bundesregierung hat die Anwendung eines allgemeinen Härtefallverfahrens für zuzugswillige Spätaussiedler-Bewerber eingerichtet. Betroffene können ohne ein Aufnahmeverfahren im Herkunftsgebiet direkt in Friedland vorsprechen und mündlich dort einen Aufnahmeantrag stellen.

Auf dem Fluchtweg bekommen unsere Landsleute und ihre Familien unkompliziert Unterstützung in den Ländern, in denen sie nach erfolgreicher Flucht zuerst ankommen. Die AGDM (Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten in der FUEN, Berlin) und unsere Partnerorganisationen in diesen Ländern – die Organisationen der deutschen Minderheiten in Polen (VdG – Verband deutscher sozial-kultureller Gesellschaften), der Slowakei (Karpatendeutscher Verein), der Republik Moldau (Deutsches Haus „Hoffnung“), Ungarn (LdU – Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen) und Rumänien (DFDR – Demokratisches Forum der Deutschen)  – aber auch die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) stellen diese Hilfe zur Verfügung.

Sie haben sich insbesondere bereit erklärt, Angehörige der deutschen Minderheit, die keine eigene Transportmöglichkeiten haben, bei der Weiterreise zum Aufnahmelager Friedland zu unterstützen. Wer Hilfe benötigt, kann sich rund um die Uhr unter den Nottelefonnummern melden, die stets aktuell unter der Internetadresse www.agdm.fuen.org sowie auf der Facebookseite der AGDM zu finden sind. 

Deutsche Städte haben z.T. bereits Busse gemietet, um Betroffene von der Grenze in sichere Gebiete zu bringen. Auch die Bahngesellschaften haben schnell reagiert und bieten kostenlose Zugfahrten von der Grenze weg an.

Da Kartenzahlungsmittel vielfach kriegsbedingt ausgefallen sind oder keine Kontoabhebungen vorgenommen werden können, gilt es aber ebenso, soziale und medizinische Hilfe oder gerade auch Hilfe für die Weiterreise mit eigenen Fahrzeugen zu leisten (z.B. über Benzingutscheine).

Mit dieser Zielrichtung haben wir in Abstimmung mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland die Spendenaktion für zweckgebundene Spenden „Nothilfe für Deutsche aus der Ukraine“ gestartet. Helfer sollen direkt und unbürokratisch tätig werden können. Hierfür benötigen wir dringend und kurzfristig Geldmittel. Eingeworbene Gelder werden ohne jeden Abzug zur Unterstützung unserer sich auf der Flucht befindenden, hilfsbedürftigen Landsleute aus der Ukraine und ihrer Familien über unsere gemeinsame Hilfsaktion zugutekommen. Nach Mitteilung an die BdV-Bundesgeschäftsstelle können auch Spendenquittungen ausgestellt werden.

Bitte machen Sie mit, spenden Sie und verbreiten die Information über diese Aktion weiter. Jeder Beitrag hilft!